ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2012Pflegereform: Kabinett beschließt Gesetzentwurf

AKTUELL

Pflegereform: Kabinett beschließt Gesetzentwurf

Dtsch Arztebl 2012; 109(14): A-680 / B-592 / C-588

Meißner, Marc

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die Versorgung Demenzkranker soll sich mit der Pflegereform verbessern. Foto: mauritius images
Die Versorgung Demenzkranker soll sich mit der Pflegereform verbessern. Foto: mauritius images

Das Bundeskabinett hat den Entwurf des Pflegeneuausrichtungsgesetzes (PNG) verabschiedet. Kern ist eine bessere Versorgung Demenzkranker und die Stärkung der ambulanten Pflege. „Mit dem PNG wird erstmals der besondere Betreuungsbedarf von an Demenz erkrankten Menschen berücksichtigt“, betonte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP). Dazu sollen Pflegedienste neben Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung auch Betreuungsleistungen anbieten können.

Darüber hinaus sieht das PNG vor, die Leistungen der Pflegestufe null, die Demenzkranke bisher erhalten, um Pflegegeld oder Sachleistungen, zu erweitern. Zurzeit haben Pflegebedürftige der Stufe null lediglich Anspruch auf 100 oder 200 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen. Im Gesetzentwurf ist vorgesehen, für die medizinische Versorgung in Pflegeheimen zusätzlich 77 Millionen Euro bereitzustellen. Damit sollen Anreize für Haus-, Fach- und Zahnärzte gesetzt werden, Patienten in Heimen besser zu versorgen.

Anzeige

Finanzieren soll sich das PNG über eine Beitragssatzerhöhung der Pflegeversicherung von 0,1 Prozentpunkten auf insgesamt 2,05 Prozent. Zusätzlich ist die Einführung einer staatlich geförderten privaten Pflegeversicherung geplant.

Bahr erntete für das PNG viel Kritik – unter anderem weil die Einführung eines neuen Pflegebegriffs nicht vorgesehen ist. Lob gab es von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB): Der KV-Vorstand begrüßte die geplante Förderung von Kooperationen zwischen Niedergelassenen und Pflegeheimen. „Dies ist der richtige Ansatz, um die ambulante Versorgung in Pflegeheimen durch feste ärztliche Ansprechpartner dauerhaft zu gewährleisten.“ mei

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema