ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2012Helios-Kliniken: „Ein sehr gutes Jahr 2011“

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Helios-Kliniken: „Ein sehr gutes Jahr 2011“

Dtsch Arztebl 2012; 109(14): A-722 / B-626 / C-621

Flintrop, Jens

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Der private Klinikkonzern steigert einmal mehr seinen operativen Gewinn. Durch zuletzt zwei große Übernahmen ist Helios zudem zum Marktführer aufgestiegen.

Francesco De Meo lehnt sich sehr entspannt in seinem Stuhl zurück, als sein für die Finanzen zuständiger Geschäftsführerkollege Jörg Reschke in der Bad Homburger Zentrale des Gesundheitskonzerns Fresenius, zu dem Helios gehört, die Kennzahlen für das Jahr 2011 vorstellt. De Meo, charismatischer Vorsitzender der Helios-Geschäftsführung, hat allen Grund, zufrieden zu sein: Mit 10,3 Prozent ist der EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) der privaten Klinikkette im vergangenem Jahr erstmals um einen zweistelligen Prozentsatz gewachsen: auf stolze 260 Millionen Euro (Grafik). Der Umsatz erhöhte sich im selben Zeitraum von 2,5 auf 2,7 Milliarden Euro. „Wir hatten ein sehr gutes Jahr 2011“, betont Reschke. Und nach den jüngsten Zukäufen, erst der privaten Damp-Gruppe und dann des Katholischen Klinikums Duisburg, ist Helios inzwischen zum Branchenprimus aufgestiegen. Der Jahresumsatz in den 51 Akutkrankenhäusern, 24 Rehabilitationskliniken und 31 Medizinischen Versorgungszentren des Konzerns klettert dadurch auf deutlich mehr als dreieinhalb Milliarden Euro. „Wir sind eben besser als andere“, wird De Meo später sagen – das sei aber auch harte Arbeit.

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Kein Zuckerschlecken dürfte auch die angelaufene Integration der Damp-Gruppe werden. „Die Überschüsse von Damp reichten zuletzt nicht aus, um die Darlehen zu tilgen und notwendige Investitionen zu finanzieren“, berichtete Reschke. Ohne die Aufnahme neuer Darlehen hätten die März-Gehälter der Mitarbeiter nicht überwiesen werden können. In spätestens fünf Jahren soll die Sanierung aber bereits abgeschlossen sein. Spätestens dann müssen auch die sechs Akutkrankenhäuser den Helios-Sanierungsplan erfüllen, das heißt ein EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von 15 Prozent erreichen. „Nur ein operativer Gewinn in dieser Größenordnung sichert die Möglichkeit, alle notwendigen Investitionen zu tätigen – unabhängig von Fördermitteln“, erläuterte Reschke. Ein Problem bei Damp seien die hohen Tariflöhne, führte er aus. Fast alle Mitarbeitergruppen verdienten monatlich 200 Euro mehr als im „auch bereits sehr guten“ Helios-Tarif. Mittelfristig sollen die Damp-Tarife auf Helios-Niveau gesenkt werden, „aber natürlich gilt der Bestandsschutz, das heißt, niemand verdient weniger als bisher“ (De Meo).

Am Klinikum Duisburg sollen vor allem die Patientenzahlen wieder steigen. „Wir haben für den Standort ein Marktpotenzial von 40 342 Fällen jährlich ermittelt“, berichtete Prof. Dr. med. Ralf Kuhlen, Geschäftsführer Medizin. 2011 seien es nur 28 476 gewesen, nach immerhin 30 117 im Jahr 2009. Es gehe darum, zunächst die medizinische Qualität im Hause zu steigern, um anschließend Patienten und Zuweiser von der Qualität der Leistungserbringung zu überzeugen. Dabei gelte die Regel: „Wer gute Medizin macht, hat auch gute Abläufe implementiert.“

Auch 2012 will Helios durch Zukäufe wachsen. Im Markt sei Bewegung erkennbar, so De Meo: „Momentan sind aber auch sehr viele Emotionen im Spiel, so dass ich unsicher bin, ob die Politik dann auch den Mut findet, notwendige Privatisierungen durchzuziehen.“

Jens Flintrop

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