ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2012Lokale Therapie des Prostatakarzinoms hocheffektiv

AKTUELL: Akut

Lokale Therapie des Prostatakarzinoms hocheffektiv

Dtsch Arztebl 2012; 109(14): A-684 / B-594 / C-590

EB

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Beim lokalisierten Prostatakarzinom werden die besten Behandlungsergebnisse mit einer Strahlentherapie erreicht – entweder als Brachytherapie (permanente Seed-Implantation oder HDR-Brachytherapie) oder als Kombination von Brachytherapie und externer Strahlentherapie. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) anlässlich einer im „British Journal of Urology International“ publizierten systematischen Analyse von mehr als 52 000 Erkrankungsfällen hin (BJUI 2012; 1, 22–29). Prof. Dr. med. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität zu Lübeck, betont: „Operation und Strahlentherapie gelten als gleichwertig. Bisher gibt es jedoch keine randomisierten Studien mit einem direkten Vergleich der Verfahren.“ Peter Grimm, Seattle, hatte in einer Metastudie die Behandlungsergebnisse der letzten Jahre (2000 bis 2010) analysiert. Untersucht wurden Daten zur Radikaloperation (16 697 Patienten, davon 1 381 mit robotergestützter Operation), interstitiellen Brachytherapie (insgesamt 22 479 Patienten, zum Teil mit zusätzlicher externer Bestrahlung und Antihormontherapie), alleinigen externen Bestrahlung (12 082 Patienten) oder zu anderen Verfahren (532 Patienten mit hochfokussiertem Ultraschall, 227 Patienten mit Kryotherapie). Als Maß für die Wirksamkeit der Behandlung wurde die biochemische Rezidivfreiheit analysiert, also der Anteil von Patienten, bei denen sich der PSA-Wert nach der Behandlung nicht verschlechterte.

Alle Patienten waren auf der Basis der vor Therapiebeginn vorliegenden Befunde in drei Risikogruppen aufgeteilt worden, da diese Information bei allen Therapieverfahren in gleicher Weise vorliegt und Ärzten und Patienten als Grundlage für eine Behandlungsentscheidung dient. „Diese Studie liefert zwar keinen Beweis, dass eine bestimmte Therapie eindeutig besser ist als andere. Die biochemische Rezidivfreiheit war in dieser Analyse aber nach einer Brachytherapie oder nach einer Kombination aus Brachytherapie und/oder externer Bestrahlung und Hormontherapie am höchsten. Strahlentherapie-Verfahren sind in allen Krankheitsstadien eine hocheffektive Behandlung und im Vergleich zu einer Radikaloperation mindestens gleichwertig oder besser“, resümiert Prof. Dr. med. Thomas Wiegel, Universitätsklinikum Ulm. Die DEGRO erachtet diese Analyse als wichtige Entscheidungshilfe für Ärzte und Patienten. EB

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