ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2012Psychiatrie-Entgeltsystem: Verbände und Kammern fordern Korrekturen

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Psychiatrie-Entgeltsystem: Verbände und Kammern fordern Korrekturen

PP 11, Ausgabe April 2012, Seite 150

Hillienhof, Arne; Meißner, Marc

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) sowie psychiatrische und psychosomatische Verbände haben in einer gemeinsamen Resolution davor gewarnt, dass das geplante „Gesetz zur Einführung eines pauschalierten Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen“ (Psych-EntgG) die psychiatrische Versorgung gefährde.

„Die Besonderheiten in der Versorgung psychisch kranker Menschen finden bei der Entwicklung des neuen Vergütungssystems für die Leistungen der psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken noch keine akzeptable Berücksichtigung“, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Er forderte, dass sich das Vergütungssystem an der Versorgung orientieren müsse, nicht umgekehrt.

Die Unterzeichner der Resolution forderten daher Korrekturen am Gesetzentwurf. Es sei nicht akzeptabel, dass der Gesetzentwurf die schon heute steigende Zahl der psychischen Erkrankungen und damit die Morbiditätslast noch stärker als bisher den Krankenhäusern aufbürde. Zudem müsse künftig eine ausreichende Personalausstattung der Kliniken gewährleistet werden. „Tarifbedingte Personalkostensteigerungen müssen in voller Höhe in die Finanzierung der Krankenhäuser einfließen und dürfen nicht länger durch die Grundlohnrate gekappt werden“, heißt es in der Resolution.

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Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) fordert, die Finanzierung der Krankenhäuser an den notwendigen Personalbedarf anzupassen. „Die Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV), die bisher den Personalbedarf und damit die Finanzierung der stationären Versorgung psychisch kranker Menschen prägt, ist überholt“, stellt BPtK-Präsident Prof. Dr. Rainer Richter fest. Die BPtK fordert deshalb, die Personalplanung nicht mehr an der Psych-PV zu orientieren, sondern am heutigen Wissensstand über die Behandlung von psychisch Kranken.

Die Bundes­ärzte­kammer warnt vor einer übereilten Einführung eines neuen Psychiatrie-Entgeltsystems: Im Gegensatz zur DRG-Einführung fehlten vergleichbare Modelle. Qualität müsse deshalb vor Schnelligkeit gehen. hil, mei

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