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PD Dr. Orth weist darauf hin, dass im Infektionsschutzgesetz (IfSG) der Terminus „CA-MRSA“ nicht explizit aufgeführt wird. Das ist korrekt. Jedoch ist die Definition dieses Begriffes noch umstritten. Häufig wird eine epidemiologische Definition verwendet: „CA-MRSA“ sind alle MRSA, die bei Patienten ohne „Risikoanamnese für einen nosokomialen Erwerb des Erregers“, gefunden werden. Die Frage, ob ein MRSA als „CA-MRSA“ zu klassifizieren ist, kann folglich ein Labor nicht beantworten. Laborindikatoren für „CA-MRSA“ (zum Beispiel PVL-Gene) werden meist nicht routinemäßig bestimmt und definieren auch nicht zwingend „CA-MRSA“. Die praktische Umsetzung einer Meldepflicht für Einzelfälle von „CA-MRSA“ durch Labors (analog zur bestehenden Meldepflicht für den Nachweis von MRSA aus Blutkulturen nach „Verordnung zur Anpassung der Meldepflicht gemäß § 7 IfSG an die epidemiologische Lage“) ist deshalb in unseren Augen schwierig.

Der behandelnde Arzt soll jedoch bereits jetzt das Auftreten jeder „bedrohlichen Krankheit“, wenn diese „auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit“ hinweist (§ 6[1]5 IfSG), an das Gesundheitsamt melden. Dies schließt „CA-MRSA“ Infektionen nicht aus.

In jedem Fall stimmen wir mit Dr. Orth überein, dass es zur Prävention von CA-MRSA sinnvoll ist, den Öffentlichen Gesundheitsdienst zu involvieren, weil dieser zum Beispiel Therapien überwachen und die Untersuchung von Angehörigen, Kollegen, Schulkindern etc. organisieren kann.

Richtig ist auch der Hinweis, dass, bedingt durch die dezentrale Organisation des Meldewesens, Meldedaten zu MRSA-Bakteriämien am Wohnort des Patienten, nicht am Ort des Krankenhauses in dem die Infektion entstanden ist, erfasst werden. Die Daten ermöglichen daher eine globale, im besten Falle eine regionale Surveillance der MRSA-Infektionsraten, jedoch keine Rückschlüsse auf das Hygienemanagement einzelner Krankenhäuser.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0282b

Dr. med. Robin Köck

Institut für Hygiene
Universitätsklinikum Münster
robin.koeck@ukmuenster.de

Interessenkonflikt

Alle Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Köck R, Mellmann A, Schaumburg F, Friedrich AW, Kipp F, Becker K: The epidemiology of methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) in Germany. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(45): 761–7. VOLLTEXT
1.Köck R, Mellmann A, Schaumburg F, Friedrich AW, Kipp F, Becker K: The epidemiology of methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) in Germany. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(45): 761–7. VOLLTEXT

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