ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2012conhIT 2012: Mobiler Zugriff auf medizinische Daten

TECHNIK

conhIT 2012: Mobiler Zugriff auf medizinische Daten

Dtsch Arztebl 2012; 109(15): A-774 / B-670 / C-666

Krüger-Brand, Heike E.

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IT-Lösungen, die die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Anwendungen in Klinik und Praxis verbessern sollen, stehen im Zentrum der Ausstellung und des Kongresses.

Die Branchenveranstaltung für Gesundheitstelematik hat seit dem Start im Jahr 2008 kontinuierlich zugelegt: Nach Angaben des bvitg – Bundesverband Gesundheits-IT ist die Ausstellungsfläche im Vergleich zum Jahr 2011 um 20 Prozent gewachsen und mit 262 Ausstellern ausgebucht. Die Ausstellung umfasst das gesamte Produkt- und Dienstleistungsspektrum der Branche, von der klassischen Klinik-IT über Abteilungssysteme und Controllingwerkzeuge bis hin zu Sprachtechnologie und zu Lösungen für die sektorenübergreifende Vernetzung.

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Tablets und Apps sind dabei ein zentrales Thema. Beispiel mobile Visite: Tablet-PCs und Smartphones lösen in vielen Fällen die auf Visitenwagen geschraubten Laptops ab. So wurde etwa die iPad-basierte Visite an der Charité – Universitätsmedizin Berlin gemeinsam mit den Unternehmen Siemens und SAP erfolgreich erprobt, so dass sie jetzt weiteren Krankenhäusern zur Verfügung gestellt werden soll. Mit der App können die Ärzte auf Patientendaten zugreifen, die im Klinikinformationssystem und im digitalen Archiv der Charité gespeichert sind. Ähnlich positiv verlief ein Projekt am Knappschaftskrankenhaus Bottrop, in dem eine App für den mobilen Zugriff auf das Krankenhausinformationssystem per Smartphone erprobt wurde. Industriepartner war dabei Tieto.

Ebenfalls für den Klinikbereich stellt die Magrathea-Informatik GmbH (www.magrathea.de) zwei Apps für einen mobilen Zugriff auf das Ressourcen-Managementsystem Timebase per iPhone und iPad vor. Damit kann das Fachpersonal aktuelle Patienten-, Therapeuten- und Arbeitsplatzpläne aufrufen beziehungsweise Leistungen über die mobilen Endgeräte erfassen und quittieren. Darüber hinaus arbeiten die Softwarehersteller auch an mobilen Lösungen, die im ambulanten Bereich eingesetzt werden sollen, etwa für den Hausbesuch oder den Einsatz in der Praxiszweigstelle.

Derzeit ermöglichen die meisten mobilen Lösungen nur einen lesenden Zugriff auf die Patientendaten. Doch bereits in naher Zukunft könnte neben der Dateneingabe per Stift oder Bildschirmtastatur auch die Spracherkennung hierfür infrage kommen. So hat die Firma Nuance inzwischen eine cloudbasierte Spracherkennung entwickelt, mit der die Technologie unabhängig von Aufenthaltsort und Endgerät genutzt werden kann (www.nuance.de).

Mobile Anwendungen sind darüber hinaus nicht nur bei der Ausstellung ein Schwerpunkt, sondern auch im Kongressprogramm.

Elektronischer Arztbrief direkt aus der Arztsoftware

Fortschritte gibt es auch beim elektronischen Arztbrief: Das DGN – Deutsches Gesundheitsnetz demonstriert den Versand per Zugangsrouter (DGN GUSbox) und Kommunikationsdienst KV-Connect, eine Lösung, die unabhängig von der eingesetzten Praxissoftware funktioniert (www.dgn.de). Die wahlweise in der Praxissoftware oder in einem Textverarbeitungsprogramm erstellten Briefe werden im PDF-Format über den sicheren Übertragungsweg des KV-SafeNet verschickt. Der Versand erfolgt über einen Mail-Client, mit dem ausschließlich Empfänger innerhalb des sicheren Netzes adressiert werden können. Der Arzt muss dafür einen Druckertreiber installieren. Dieser wandelt den Arztbrief in ein transportables Dokumentenformat um und bereitet ihn so auf den Versand aus der Arztsoftware heraus vor. Mit denselben technischen Komponenten – KV-Connect und Zugangsrouter – ist auch die „1-Click-Abrechnung“ möglich, das heißt das Versenden der Quartalsabrechnung direkt aus der Praxissoftware an die Kassenärztliche Vereinigung.

Der Verein Elektronische FallAkte e.V. und die Fraunhofer-Gesellschaft stellen einen neuen Zugang zur elektronischen Fallakte (EFA; www.fallakte.de) vor: Sie nutzen hierfür den nach HL7-CDA-Standard strukturierten elektronischen Arztbrief, um aus diesem automatisiert eine Fallakte zu erstellen. Damit ist eine unkomplizierte Einbindung der Fallakte in bestehende Praxissysteme möglich.

Ein weiteres Thema sind cloudbasierte Anwendungen. Die zunehmende Virtualisierung der IT-Infrastruktur und die verstärkte Nutzung von Cloud-Services haben auch Auswirkungen auf die Datensicherung und -wiederherstellung. Das betrifft sowohl die Administration als auch das Thema Sicherheit. Das Unternehmen Acronis (www.acronis.de) etwa präsentiert Lösungen für die Sicherung virtueller Maschinen im Rahmen von Backup- und Disaster-Recovery-Strategien.

Heike E. Krüger-Brand

www.conhit.de

Termin und Ort: 24. bis 26. April, Messegelände Berlin

Veranstalter: bvitg – Bundesverband Gesundheits-IT; GMDS – Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V.; BVMI – Berufsverband Medizinischer Informatiker e.V.

Kongressthemen sind unter anderem mobiles Computing, E-Health – nationale Strategien im Vergleich, Datenschutz im Krankenhaus, elektronische Dokumentation, Prozessmanagement im klinischen Alltag, Telemedizin, Risikomanagement

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