ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2012Risikofaktoren berücksichtigen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Es ist wenig informativ das Auftreten von QT-Verlängerung bei verschiedenen Arzneistoffen zu listen, ohne dass bekannte Risikofaktoren dabei berücksichtigt werden, denn so kann nicht zwischen beider Wirkung unterschieden werden. Richtigerweise schreiben die Autoren, dass eine QT-Verlängerung fast immer beeinflusst wird durch Risikofaktoren wie Hypokaliämie (30 %) oder Hypomagnesiämie. Doch werden diese Elektrolytstörungen noch immer viel zu selten beachtet. Magnesium, das zweithäufigste intrazelluläre Kation nach Kalium wird beim Elektrolytstatus in der Regel nicht berücksichtigt. Dabei ist ein Kaliummangel fast immer mit einem Magnesiummangel verbunden und kann nur durch gleichzeitige Magnesium-Gabe ausgeglichen werden.

Das Fazit daraus: Wenn Medikamente mit re- oder depolarisierendem Einfluss gegeben werden sollen, zum Beispiel mit potenzieller QT-Verlängerung, dann muss zuvor eine bestehende Hypokaliämie und Hypomagnesiämie ausgeglichen werden. In akuten Fällen wird Magnesium-Sulfat intravenös verabreicht, in allen anderen Fällen Magnesium-Aspartat oral. Von Interesse ist dann nur das Auftreten von Torsade de pointes bei ausgeglichenem Elektrolythaushalt, doch das muss schon bei der Prüfung eines Medikaments erfolgen.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0300a

Dr. rer. nat. Dr. med. Armin Schroll

München

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Schroll A: Importance of magnesium for the electrolyte homeostasis—an overview. In Smetana R (ed.): Advances in magnesium research: magnesium in cardiology: Proceedings of the 5th European congress on magnesium. London: John Libbey & Company 1997: 463–72.
2.
Wenzel-Seifert K, Wittmann M, Haen E: QTc prolongation by psychotropic drugs and the risk of torsade de pointes. Dtsch Arztebl 2011; 108(41): 687–93. VOLLTEXT
1.Schroll A: Importance of magnesium for the electrolyte homeostasis—an overview. In Smetana R (ed.): Advances in magnesium research: magnesium in cardiology: Proceedings of the 5th European congress on magnesium. London: John Libbey & Company 1997: 463–72.
2.Wenzel-Seifert K, Wittmann M, Haen E: QTc prolongation by psychotropic drugs and the risk of torsade de pointes. Dtsch Arztebl 2011; 108(41): 687–93. VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema