ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2012Randnotiz: Die Macht der Manager

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Randnotiz: Die Macht der Manager

Dtsch Arztebl 2012; 109(16): A-785 / B-681 / C-677

Hibbeler, Birgit

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Wer hat im Krankenhaus das Sagen? Die Ärzte oder die Geschäftsführung? Geht es um gute Medizin oder eher um Geld? Diese Fragen sind im Alltag offenbar längst beantwortet: Immer mehr Kliniken schließen mit ihren Chefärzten Zielvereinbarungen, zum Beispiel zu den Fallzahlen. Erreicht eine Abteilung das Ziel, erhält der Chef eine Bonuszahlung. Er bekommt also eine Belohnung dafür, dass er sich an die Spielregeln hält.

Wenn aber die Medizin den Regeln des Marktes gehorcht, verändert sie sich. Boni können Fehlanreize schaffen. Da wird dann die Indikation für eine Hüft- oder Knieprothese schon einmal großzügiger gestellt, damit die OP-Zahlen stimmen. Die medizinische und rechtliche Verantwortung trägt jedoch der Arzt und nicht der Manager. Wie ändert sich die Rolle und das Selbstverständnis des Arztes in unserem Gesundheitswesen? Das beschreibt der Beitrag „Ärztliche Hilfe als Geschäftsmodell?“ in diesem Heft.

„Gesundheitsbranche“ und „Gesundheitswirtschaft“ – an diese Begriffe haben wir uns gewöhnt. Das ist bemerkenswert, würde doch niemand von „Bildungswirtschaft“ sprechen oder Lehrer als „Leistungserbringer“ bezeichnen. Unterdessen wächst aber die Anzahl derer, die sich fragen, ob die Öko­nomi­sierung der Medizin ein Naturgesetz ist. Das zeigt der Protest am Universitätsklinikum Gießen und Marburg gegen den Betreiber, die private Klinikkette Rhön. Zunächst einmal geht es dort um regionale Auswirkungen – den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen. Aber vielleicht wird daraus auch eine Grundsatzdebatte: Muss ein Krankenhaus Gewinn erwirtschaften? Und soll dieser Gewinn an Aktionäre ausgeschüttet werden?

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