ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2012Öffentliche Krankenhäuser: Probleme beim Personalmanagement

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Öffentliche Krankenhäuser: Probleme beim Personalmanagement

Dtsch Arztebl 2012; 109(16): [95]

Flintrop, Jens

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Jedes dritte Krankenhaus in öffentlicher Trägerschaft ist nach Aussage der eigenen kaufmännischen Leitung im Bereich Personalmanagement nicht gut aufgestellt. Damit hinken die öffentlichen Einrichtungen sowohl den Kliniken in privater Hand als auch denen in freigemeinnütziger Trägerschaft hinterher. Vor allem im Personalmarketing und bei der Personalrekrutierung geben sich die öffentlichen Krankenhäuser deutlich schlechtere Noten als die Konkurrenz. Das sind Ergebnisse der Studie „Klinikmanagement 2011“ der Personalberatung Rochus Mummert in Zusammenarbeit mit dem IMWF-Institut für Management- und Wirtschaftsforschung.

„Zwei Drittel der öffentlichen Krankenhäuser haben im künftig immer wichtigeren Bereich der Personalgewinnung erheblichen Handlungsbedarf ausgemacht, bei den privaten Kliniken nicht einmal jede zweite“, sagt Dr. Nicolai Kranz, Personalberater bei Rochus Mummert. Dieser angesichts des bereits akuten Fach- und Führungskräftemangels an deutschen Krankenhäusern bedenkliche Befund hat oftmals weit zurückreichende Gründe. „Der über lange Zeit starke Einfluss der Kommunen und Länder auf die hiesige Krankenhauslandschaft hat zur Folge, dass gerade in öffentlich-rechtlichen Häusern zu häufig immer noch unter Personalmanagement nur die Verwaltung einer Laufbahnplanung verstanden wird“, meint Kranz. Das Personalmanagement werde künftig stärker in der Geschäftsführung verankert, prognostiziert der langjährige Personalchef der Universitätsklinik Köln und verweist auf die Personalvorstände der privaten Krankenhausbetreiber.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Aus Mangel an Personal, Zeit und Budget haben sich die Aufgabeninhalte von Krankenhauschefs – egal, ob in öffentlich-rechtlichen oder in privaten Einrichtungen – dramatisch verschoben. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist dies auch auf die unzureichende Managementkompetenz der zweiten Führungsebene zurückzuführen. JF

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