ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2012Endoskopischer Ultraschall: Tumoren an Gefäßmuster erkennbar

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Endoskopischer Ultraschall: Tumoren an Gefäßmuster erkennbar

Dtsch Arztebl 2012; 109(16): A-821

Bischoff, Martin

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Hohe Auflösung kontrastverstärkter Sonographie erweitert Anwendungsspektrum.

Der endoskopische Ultraschall (EUS) hat Diagnose und Therapie von Erkrankungen im Gastrointestinaltrakt und umgebenden Strukturen deutlich verbessert. Nach Aussage von Prof. Dr. med. Christoph F. Dietrich, Bad Mergentheim, hat sich der diagnostische und therapeutische EUS als „Königsdisziplin“ der Endoskopie etabliert. Primär ging es dabei um die endosonographische Untersuchung von Ösophagus, Magen und Rektum sowie des biliopankreatischen Systems. Das Spektrum des Einsatzes bei diagnostischen Fragestellungen, Staging und minimal-invasiven Eingriffen hat sich um Hämatoonkologie, Pneumologie und Endokrinologie erweitert.

Eine wichtige Neuerung bedeutete die Einführung von Ultraschallkontrastmitteln. „Anders als früher können wir damit heute Blutflüsse in kleinen und kleinsten Gefäßen darstellen“, berichtete Priv.-Doz. Dr. med. Michael Hocke, Meiningen. In Verbindung mit speziellen Ultraschallgeräten lässt sich das Anfluten des Kontrastmittels in sehr hoher Auflösung und vor allem zeitunabhängig verfolgen. Auf diese Weise können verschiedene Herdbefunde in der Leber in ihrer Dignität sicher abgegrenzt werden. „Wir bleiben mit dem Ultraschall die ganze Zeit auf der Läsion und beobachten, was dort passiert“, erklärte Hocke. Potenzial besitzt die kontrastverstärkte Sonographie auch extrahepatisch beispielsweise bei der Abklärung von Nierenzysten. Moderne extrem hochauflösende Ultraschallsonden zusammen mit Kontrastmitteln im Inneren des Menschen lassen spezielle Gefäßmuster in hoher Spezifität und Selektivität deutlich werden. „So können wir entzündliches Gewebe und Tumorgewebe insbesondere in der Bauchspeicheldrüse an ihrem typischen Gefäßverhalten unterscheiden“, sagte Hocke.

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Eine wertvolle Ergänzung des endoskopischen Ultraschalls ist die endosonographische Punktion. Sie ermöglicht es, mit ultradünnen, kaum traumatisierenden Aspirationsnadeln Zellmaterial für die feingewebliche Diagnostik zu gewinnen. Andererseits könne man damit auch eine nadelgestützte Therapie durchführen, erläuterte Dr. med. Christian Jenssen, Strausberg. Dabei gehe es vor allem um die Drainage von Flüssigkeit oder Abszessen, etwa bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.

Das Problem bei der Anwendung der Endosonographie ist nicht die Technik, sondern die Ausbildung der Anwender. Dr. med. Eike Burmester, Sprecher des Arbeitskreises Endosonographie der DEGUM (Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin), Lübeck, wies darauf hin, dass die Lernkurve im Vergleich zu anderen endoskopischen Techniken sehr flach ausfalle. Die Expertise lasse sich in einem zwischen DEGUM und Deutscher Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten abgestimmten Ausbildungscurriculum erwerben.

Martin Bischoff

Fachpressekonferenz „Endoskopischer Ultraschall: High-End-Technologie und innovative Expertenplattform eröffnen neue Möglichkeit der Diagnostik“. Hitachi Medical Systems GmbH, 42. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Endoskopie und Bildgebende Verfahren e.V.

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