ArchivDeutsches Ärzteblatt16/1996Zukunft: Sozialismus in Reinkultur
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LNSLNS . . . Daß sich Studierende über ein System Gedanken machen, in welchem sie, den Studienerfolg vorausgesetzt, später einmal beruflich wirken wollen, ist grundsätzlich zu akzeptieren. Aber einen Reformationsanspruch zu erheben, ohne jemals eigenverantwortlich ärztlich tätig gewesen zu sein, letztendlich also ohne vertiefte Insiderkenntnisse im Medizinbetrieb, ist in meinen Augen doch starker Tobak! Eigene Erlebnisse als Patient sind hier sicherlich nicht ausreichend.
So sehen dann auch die Inhalte des studentischen Reformwerks aus: Abschaffung der PKV und des Belegarztsystems, Abkehr von der Idee von Wahl- und Regelleistungen, Überflüssigmachen der KVen durch Übertragung des Sicherstellungsauftrags an ein "regionales Planungsgremium" und als Gipfel schließlich die spezialärztliche Versorgung durch tariflich angestellte Fachärzte mit Abkehr vom niedergelassenen Facharzt.
Das ist Sozialismus in Reinkultur, verkleistert mit nebulöser Gesundheitsphilosophie ("Schaffung gesunder und emanzipatorischer Lebensverhältnisse"). In einer Zeit, in der der Staat konsequent Dienstleistungen privatisiert (Post, Telekom, Bahn), sollen ausgerechnet im Gesundheitswesen Schwächung von Privatinitiative und Dirigismus zum Ziel führen – eine absurde Vorstellung.
Noch absurder dann die Idee, in einem solchen System fänden auch noch mehr Ärzte eine berufliche Chance ...
Dr. med. Elmar Birk, Am alten Sportplatz 7, 38685 Langelsheim
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