ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2012Angst als wichtiger Faktor
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Bei den sekundären Hypertonieursachen bleibt ein wichtiger Faktor unerwähnt: die Angst. Angststörungen manifestieren sich häufig körperlich – auch ohne manifeste Angst – in Form von Tachykardie, Luftnot, Herzschmerz, Schwindel, multilokalen Schmerzen, erhöhter Temperatur und arterieller Hypertonie (1). Im somatisierten Angstanfall können Werte von systolisch 300 und diastolisch 120 mmHg erreicht werden.

Dies lässt sich so erklären: Das latente Angstgefühl bringt das Vegetativum, den Muskeltonus (Schmerzen) und die Schilddrüse (Hyperthyreose) auf „Hochtouren“. Bei jedem resistenten Bluthochdruck sollte deshalb an Angst gedacht werden, vor allem, wenn weitere Angstäquivalente wie nächtliches Erwachen mit Schweißausbruch und Heißhunger eruiert werden. Mit der „Weißkittelhypertonie“ verknüpfen die Autoren selbst Bluthochdruck mit Angst .

Bei diesen Patienten sinken die Blutdruckwerte meist deutlich, wenn über ihre – zuvor unbewusste – Angst und die biografischen Hintergründe gesprochen werden konnte. Mit der Angst können auch Wut oder Trauer verbunden sein. Entscheidend ist das Benennen („Ihr Hochdruck ist Angst … ist Wut …“) und Verstehen des Affekts.

Erst wenn der affektiven Dimension der Hypertonie diagnostisch und therapeutisch Rechnung getragen wurde und die rezeptiven Methoden ausgeschöpft sind, sollte das invasive Verfahren der renalen Denervation erwogen werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0311b

Dr. med. Mechthilde Kütemeyer

Fichtenstraße 52, 68535 Neckarhausen, kuete@arcor.de

Interessenkonflikt

Die Autorin erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Kütemeyer M: Das chronische Müdigkeitssyndrom: eine Form der somatisierten Angstneurose. In: Berg PA (ed.) Chronisches Müdigkeits- und Fibromyalgiesyndrom. 2nd revised edition; Berlin: Springer 2003: 77–87.
2.
Mahfoud F, Himmel F, Ukena C, Schunkert H, Böhm M, Weil J: Treatment strategies for resistant arterial hypertension. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(43): 725–31. VOLLTEXT
1.Kütemeyer M: Das chronische Müdigkeitssyndrom: eine Form der somatisierten Angstneurose. In: Berg PA (ed.) Chronisches Müdigkeits- und Fibromyalgiesyndrom. 2nd revised edition; Berlin: Springer 2003: 77–87.
2.Mahfoud F, Himmel F, Ukena C, Schunkert H, Böhm M, Weil J: Treatment strategies for resistant arterial hypertension. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(43): 725–31. VOLLTEXT

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