ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2012Unausgewogene Schlussfolgerung
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Die Autoren schreiben: „Der gefäßchirurgische Eingriff an der A. carotis in Vollnarkose, die häufigen Aggregatwechsel und die Implantation eines Devices mit möglichen Infektionsfolgen schränken die klinische Anwendung jedoch ein“ und schätzen im Folgenden diese Therapie als nur experimentellen Ansatz für eine Hochrisikopopulation ein. Hingegen wird die renale Denervierung als „komplikationsarmes“ Verfahren gewürdigt. Diese Darstellung erschient mir doch in der unterschwelligen Konsequenz etwas unausgewogen. Die kurze Beobachtungsdauer in der Simplicity-Studie mit nur 17 von ursprünglich 138 Patienten nach zwei Jahren wird nicht diskutiert. Zumindest in der nephrologischen Praxis stellt die nötige Kontrastmittelapplikation bei der RND ein erhebliches Hindernis ab Chronic Kidney disease (CKD) 3 dar. Andererseits sind die Komplikationsraten in der aktuellsten Baroreflexstudie (Bisognano J et al., Am Coll Cardiol 2011) deutlich geringer als in der Initialstudie und erreichen in der laufenden BAT-Studie mit einseitiger Implantation (XR-1) ein wahrscheinlich noch geringeres Niveau. Es scheint hier geboten zu sein, auf die unterschiedlichen, sich abzeichnenden Indikations- und Wirkprofile hinzuweisen. Die Barorezeptorstimulation erreicht wahrscheinlich eine höhere Blutdrucksenkung aber erfordert einen (kleinen) operativen Eingriff und Aggregatwechsel wie bei kardialen Pacern, die mit technischer Entwicklung seltener werden. Die RND erfordert einen risikobehafteten Kontrastmitteleinsatz, ist schneller und preiswerter zu machen, muss aber hinsichtlich ihrer Langzeitwirkung noch besser evaluiert werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0312b

PD Dr. med. Joachim Beige, Abteilung Nephrologie und KfH Nierenzentrum
am Klinikum St. Georg, Leipzig, Joachim.Beige@kfh-dialyse.de

Interessenkonflikt

PD Dr. Beige nimmt als Prüfarzt an der XR-1-Studie zur Evaluierung eines neuen Baroreflexstimulationssystems teil. Im Rahmen dieser klinischen Prüfung werden Gebühren für Patientenrekrutierung und Studiendurchführung durch die Firma CVRx gezahlt.

1.
Mahfoud F, Himmel F, Ukena C, Schunkert H, Böhm M, Weil J: Treatment strategies for resistant arterial hypertension. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(43): 725–31. VOLLTEXT
1.Mahfoud F, Himmel F, Ukena C, Schunkert H, Böhm M, Weil J: Treatment strategies for resistant arterial hypertension. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(43): 725–31. VOLLTEXT

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