ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2012Chirurgie: Ökonomischer Druck schafft Fehlanreize

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Chirurgie: Ökonomischer Druck schafft Fehlanreize

Dtsch Arztebl 2012; 109(17): A-840 / B-724 / C-720

Hillienhof, Arne

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Wenn die Ärzte mehr operieren, ist das gut für die Klinik – aber nicht unbedingt für die Patienten. Foto: Fotolia/Gordon Grand
Wenn die Ärzte mehr operieren, ist das gut für die Klinik – aber nicht unbedingt für die Patienten. Foto: Fotolia/Gordon Grand

Die Chirurgen in Deutschland sehen wegen des ökonomischen Drucks, unter dem die Krankenhäusern stehen, ihre Therapiefreiheit in Gefahr. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, sähen sich die Kliniken gezwungen, ihre Patientenzahl zu steigern. „Es ist fraglich, ob dieser Fallzahlsteigerung tatsächlich immer gerechtfertigte medizinische Indikationen zugrunde liegen oder aufgrund des starken finanziellen Drucks auf die Häuser aus finanziellem Interesse entschieden wurde“, sagte Prof. Dr. med. Joachim Jähne, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) im Vorfeld des Chirurgenkongresses in Berlin. Zudem seien heutige Ärzteverträge im Krankenhaus häufig mit Bonuszahlungen bei Fallzahlsteigerungen verbunden.

Neben einer wachsenden Patientenzahl spielt aber auch die Wahl der Operationstechnik eine finanzielle Rolle für das Krankenhaus: „Patienten werden mitunter mit modernen Methoden operiert, die zwar nicht immer effektiver als herkömmliche Lösungen, jedoch oft finanziell wesentlich ertragreicher sind“, so Jähne.

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In dieser Entwicklung sieht die DGCH einen Interessenkonflikt zwischen Krankenhäusern und Ärzten. Einer ärztlichen Entscheidung müssten medizinische, keine finanziellen Intentionen zugrunde liegen, betonte der DGCH-Präsident Prof. Dr. med. Markus Büchler. hil

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