ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2012Leif Erik Sander: Theodor-Frerichs-Preis an Infektiologen

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Leif Erik Sander: Theodor-Frerichs-Preis an Infektiologen

Dtsch Arztebl 2012; 109(17): A-873 / B-751 / C-747

Hibbeler, Birgit

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Leif Erik Sander, Foto: DGIM
Leif Erik Sander, Foto: DGIM

Dr. med. Leif Erik Sander (34) aus Berlin ist mit dem Theodor-Frerichs-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 30 000 Euro dotiert und wurde beim Internistenkongress in Wiesbaden verliehen. Sander erhielt die Ehrung für seine Forschung zur „Viabilität“ von Bakterien.

Bislang ging man davon aus, dass der Körper Krankheitserreger vor allem nach Virulenzfaktoren beurteilt. In seinen Experimenten konnte Sander nun aber zeigen, dass das Immunsystem in der Lage ist, Lebenszeichen der Keime – die Viabilität – unabhängig davon zu erkennen. Der Forscher ging auf die Suche nach den „Pathogen associated molecular patterns“ (PAMP). Sie zeigen dem Immunsystem, dass ein Erreger lebt. Diese „vita-PAMPs“ fand Sander in der Boten-Ribonukleinsäure (RNA), die Baupläne für Eiweiße enthält. Er fand heraus, dass bestimmte Zellen des Immunsystems bei eindringenden Erregern gezielt nach Boten-RNA suchen. Werden sie fündig, kommt es zu einer verstärkten Immunreaktion. Die Arbeit von Sander liefert neue Erkenntnisse über die Mechanismen antimikrobieller Immunreaktionen – und könnte möglicherweise für die Herstellung von Impfstoffen relevant sein.

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Sander leitet eine Arbeitsgruppe an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Seine Erkenntnisse zur Viabilität, für die er nun ausgezeichnet wurde, publizierte er kürzlich in dem Fachmagazin „Nature“. Birgit Hibbeler

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