ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2012Berufserwartungen von Medizinstudierenden

MEDIZIN: Originalarbeit

Berufserwartungen von Medizinstudierenden

Ergebnisse einer bundesweiten Befragung

The Career Expectations of Medical Students: Findings of a Nationwide Survey in Germany

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(18): 327-32; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0327

Gibis, Bernhard; Heinz, Andreas; Jacob, Rüdiger; Müller, Carl-Heinz

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Hintergrund: Infolge des demografischen Wandels, des technischen Fortschritts und einem sich verändernden Inanspruchnahmeverhalten von Versicherten steht die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung der Bevölkerung vor Herausforderungen, die wesentlich auch durch geänderte Lebensentwürfe künftiger Ärztinnen und Ärzte geprägt sein werden. Aus diesem Grunde wurde eine bundesweite Befragung von Medizinstudierenden durchgeführt.

Methoden: Mit einem an der Universität Mainz im Jahr 2009 erstmals erprobten Fragebogen wurden webbasiert im Juni und Juli 2010 insgesamt 34 überwiegend geschlossene Fragen zur Facharztweiterbildung, zum Ort der späteren Tätigkeit, zur erwarteten Arbeitsbelastung, zu regionalen Präferenzen sowie zu potenziellen Hinderungsgründen für die Aufnahme einer späteren klinischen Tätigkeit gestellt.

Ergebnisse: 12 518 Fragebögen wurden beantwortet, dies entsprach 15,7 % der Studierenden der Medizin im Jahre 2010. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer war 24,9 Jahre, der Frauenanteil betrug 64 %. Die beliebtesten Weiterbildungsfächer waren Innere Medizin (42,6 %), Allgemeinmedizin (29,6 %), Kinder- und Jugendmedizin (27 %) und Chirurgie (26,8 %). Mit einem Anteil von 96 % war fast allen Befragten die spätere Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig. Eine angestellte Berufsausübung wurde mit 92,2 % prinzipiell einer Niederlassung mit 77,7 % vorgezogen. Im potenziellen Fall der Niederlassung wurde die Tätigkeit in verstädterten Räumen und als Facharzt präferiert.

Schlussfolgerung: Obwohl die Befragung eine leistungsbereite, an der kurativen Tätigkeit in der Versorgung der Patienten interessierte künftige Ärzteschaft erwarten lässt, wurden die Berufsausübung auf dem Lande und als Allgemeinarzt signifikant weniger attraktiv eingestuft. Entsprechende Versorgungsplanungen sollten diesem Umstand Rechnung tragen.

LNSLNS

Demografischer Wandel und medizinischer Fortschritt führen nach Aussagen von Sachverständigen zu erheblichen Veränderungen für die ärztliche Versorgung der Bevölkerung (1). Eine steigende Lebenserwartung mit einhergehender Multimorbidität, die weitere Verstädterung sowie auch das Aufbrechen sozialer Unterstützungsstrukturen wie Familien lassen veränderte Versorgungssettings mit entsprechenden Auswirkungen auf die medzinische Versorgung erwarten. Dieser Wandel erfasst auch die Ärzteschaft: Nach Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung werden rund 28 000 Arztsitze bis zum Jahre 2015 nach zu besetzen sein bei ständig steigendem Altersdurchschnitt der Vertragsärzte von durchschnittlich 46,6 Jahren im Jahr 1993 auf 51,9 Jahre im Jahre 2009. Gleichzeitig ändern sich die Erwartungen an den Arztberuf, wie zahlreiche internationale Befragungen von Medizinstudenten zeigen (24).

Für den deutschen Kontext wurde die Einstellung von Medizinstudenten zur späteren Berufsausübung durch zwei größere quantitative, bundesweit studienortsübergreifende Untersuchungen erhoben (5, 6), Erkenntnisse liegen zudem in Form qualitativer Untersuchungen vor (7). Wie auch in internationalen Befragungen ist in diesen Untersuchungen ein Trend zur Ausübung des ärztlichen Berufs in spezialisierter Tätigkeit und dies vorzugsweise in verstädterten Regionen erkennbar. Die bisherige Entwicklung eines höheren Frauenanteils an der ärztlichen Versorgung spiegelt sich ebenfalls in diesen Befragungen wider.

In Anbetracht der sich abzeichnenden Versorgungsherausforderungen hat die Universität Trier mit Unterstützung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine zunächst für das Land Rheinland-Pfalz durchgeführte Befragung aller Medizinstudenten zu einer bundesweiten Befragung weiterentwickelt. Genauere Kenntnisse darüber, welche Präferenzen Medizinstudierende haben bei der Wahl der Fachrichtung, der Flexibilität sowohl im Hinblick auf den Arbeitsort als auch die Arbeitszeit sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sind essenziell für die künftige Versorgungsplanung. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war, deshalb die Einstellungen von Medizinstudierenden zur späteren Fachrichtungswahl, zu den erforderlichen Rahmenbedingungen für die spätere Tätigkeit sowie hinsichtlich des späteren Ortes der Tätigkeit zu erheben.

Methodik

Aufbauend auf eine erste Befragung aller Medizinstudierenden der Universität Mainz im Jahre 2009 wurden im Juni 2010 insgesamt 34 überwiegend geschlossene Fragen in einer bundesweiten, webbasierten Befragung über persönlich adressierte E-Mails an die Medizinstudenten deutscher Fakultäten gerichtet. Mit Unterstützung des Medizinischen Fakultätentages wurden alle Fakultäten um die Weiterleitung der Einladung zur Befragung an die Studierenden gebeten. Für die statistische Auswertung wurde SPSS 18.0 verwendet, eine ausführliche Darstellung der Methodik befindet sich im eMethodenteil sowie in einer Monografie, die beim Deutschen Ärzte-Verlag erschienen ist (8).

Zusammenfassung der Methodologie
Zusammenfassung der Methodologie
eMethodenteil
Zusammenfassung der Methodologie

Ergebnisse

Stichprobe: Teilnehmerrate und Teilnehmer

12 518 Fragebögen wurden ausgefüllt. Ungeachtet der nicht ganz auszuschließenden Mehrfachbeantwortungen entsprach dies einer Teilnahmerate von 15,7 % bei Zugrundelegung der Studierendenzahlen des Jahres 2010 (79 929 Medizinstudierende). Von den 34 medizinischen Fakultäten wurde bei 6 Fakultäten (Essen, Halle, Münster, Regensburg, Witten-Herdecke und Würzburg) ein Rücklauf von weniger als 10 Teilnehmern verzeichnet. Der Frauenanteil unter den Teilnehmern betrug 64 %, was nach den Daten des Statistischen Bundesamts fast dem Geschlechterverhältnis der Medizinstudierenden entsprach – hier belief sich der Frauenanteil auf 61,3 % im Wintersemester 09/10 (9). Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 24,9 Jahren (Standardabweichung 3,6). Die deutsche Staatsbürgerschaft besaßen 96,5 % der Teilnehmer. Von den Probanden kamen 27,1 % aus Süddeutschland, 45,0 % aus anderen westdeutschen Flächenstaaten 18,8 % aus neuen Bundesländern und 9,0 % aus Stadtstaaten (n = 9 945).

Nach den durch die Studierenden gemachten Angaben waren 32,1 % zum Zeitpunkt der Befragung in der Vorklinik, 53,0 % in der Klinik und 15,0 % im Praktischen Jahr (PJ) der Ausbildung (n = 10 104). Auffällig war die hohe Rate der Vorerfahrungen im Gesundheitsbereich: 55,3 % berichteten von praktischen Erfahrungen im Gesundheitswesen vor Studienbeginn, 24,2 % hatten Ärzte als Eltern, 31,1 % hatten andere Verwandte als Ärzte und immerhin 13,6 % erzählten von der Möglichkeit einer Praxisübernahme von Bekannten oder Verwandten (Mehrfachantworten möglich). 5,5 % der Befragten (n = 12 516) hatten bereits Kinder (Frauen 6,0 %, Männer 4,5 %). Die Population der Medizinstudenten unterschied sich damit nicht von der ihrer Kommilitonen anderer Fächer. Bundesweit hatten laut der 19. Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks im Jahr 2009 insgesamt 5,0 % aller Studenten Kinder (10).

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Insgesamt 95,5 % der Antwortenden war es wichtig, Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren zu können (n = 11 776). Zwischen den Geschlechtern gab es kaum einen Unterschied, 97,0 % der Frauen und 93,0 % der Männer legten Wert auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Arbeit und Familienleben. Kaum Unterschiede gab es zwischen den Geschlechtern auch bei der Frage nach dem Kinderwunsch. 88,8 % der Medizinstudenten (n = 9 705) äußerten den Wunsch, später Kinder zu haben (Frauen 89,7 %, Männer 87,3 %).

Facharztweiterbildung

Den Teilnehmern der Befragung wurden 14 Gebietsbezeichnungen zur Wahl angeboten, wovon maximal drei genannt werden sollten (n = 12 058). Tabelle 1 beschreibt die favorisierten Weiterbildungsgänge. Die Wahl der angestrebten Facharztweiterbildung unterlag Veränderungen während des Studiums, wobei die fünf ersten Nennungen stabil blieben. Mit zunehmender Studiendauer nahm zudem die Zahl der Nennungen von präferierten Weiterbildungsrichtungen statistisch signifikant ab, Studierende in der Vorklinik wählten noch 3,1 Fachrichtungen, Studierende in der Klinik 2,8 und im PJ 2,3. 12,6 % aller Antwortenden haben im Feld „Sonstige“ mittels Freitextangabe Fachgruppen benannt, am häufigsten die Pathologie (149 Nennungen) und die Rechtsmedizin (141 Nennungen).

Wunsch-Facharztausbildung nach Geschlecht (Angaben in Prozent, n = 12 058)
Wunsch-Facharztausbildung nach Geschlecht (Angaben in Prozent, n = 12 058)
Tabelle 1
Wunsch-Facharztausbildung nach Geschlecht (Angaben in Prozent, n = 12 058)

Bei den Präferenzen für die Facharztweiterbildung ergaben sich deutliche und aufgrund der hohen Fallzahl durchgängig auffällige Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestanden bei der Gynäkologie, der Kinderheilkunde, der Orthopädie und der Chirurgie.

Spätere Berufstätigkeit: Arbeitszeit

75,5 % der Befragten (n = 10 245) legten Wert darauf, sich die Arbeitszeit nach Möglichkeit selbst einteilen zu können, 60,9 % gaben an, gern auf Teilzeitbasis arbeiten zu wollen. Bei dem Wunsch, sich die Arbeitszeit möglichst frei einteilen zu können, bestand zwischen Frauen (74,7 %) und Männern (75,7 %) kein Unterschied, sehr wohl aber bei dem Wunsch nach Teilzeitarbeit. Während 77,2 % der befragten Frauen die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit als wichtig ansahen, traf dies auf 32,1 % der Männer zu. Über den Ausbildungsverlauf betrachtet nahm der Wunsch nach Teilzeitarbeit von 54,2 % in der Vorklinik über 63,7 % in der Klinik auf 64,8 % im Praktischen Jahr kontinuierlich zu (n = 10 081).

Die große Mehrheit der Befragten – rund 87 % – erwartete, (zunächst) auf einer vollen Stelle zu arbeiten und knapp die Hälfte gingen von einer durchschnittlichen Arbeitszeit von mehr als 50 Stunden aus. Die Mittelwerte liegen ebenfalls in diesem Bereich und auch die Durchschnittswerte für Männer und Frauen und Studenten der verschiedenen Studienabschnitte liegen zwischen 51 und 52 Stunden (Tabelle 2).

Wöchentliche Arbeitszeit nach der Facharztausbildung (Angaben in Prozent, n = 10 212)
Wöchentliche Arbeitszeit nach der Facharztausbildung (Angaben in Prozent, n = 10 212)
Tabelle 2
Wöchentliche Arbeitszeit nach der Facharztausbildung (Angaben in Prozent, n = 10 212)

Spätere Berufstätigkeit: Beschäftigungsverhältnis

Im Rahmen der Befragung wurden neun Optionen vorgegeben, Mehrfachnennungen waren möglich. Insgesamt rangierten „angestellte Tätigkeit im Krankenhaus“ und „Niederlassung als Facharzt in ambulanter Praxis“ als Einzelitems gleich auf. Die Studenten bevorzugten, später als Ärzte in der Versorgung kranker Menschen zu arbeiten, andere Optionen – etwa eine Arbeitsstelle in der Forschung – waren deutlich weniger gefragt. Nur 18,9 % erwägten diese Option. Eine angestellte Tätigkeit war dabei deutlich attraktiver als eine freiberufliche Tätigkeit, aber nur soweit diese in der klinischen Versorgung verortet ist. Zwischen Männern und Frauen gab es nahezu durchgängig statistisch auffällige Unterschiede hinsichtlich der Attraktivität künftiger Tätigkeiten (wenn auch auf sehr unterschiedlichem Niveau) – mit zwei Ausnahmen: Die Tätigkeit als Facharzt in eigener Praxis war für beide Geschlechter gleich attraktiv, die Tätigkeit für eine Krankenkasse für beide gleich unattraktiv.

Frauen zogen deutlich häufiger als Männer eine angestellte Tätigkeit in Erwägung, sie hatten zudem eine etwas höhere Präferenz für eine Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst oder eine Niederlassung als Hausärztin. Die generelle Bereitschaft zur Niederlassung (als Haus- oder Facharzt) war bei beiden Geschlechtern vergleichbar hoch (Tabelle 3).

Niederlassung und angestellte Tätigkeit nach Geschlecht (Angaben in Prozent)
Niederlassung und angestellte Tätigkeit nach Geschlecht (Angaben in Prozent)
Tabelle 3
Niederlassung und angestellte Tätigkeit nach Geschlecht (Angaben in Prozent)

Spätere Berufstätigkeit: Barrierenanalyse für Niederlassung und Tätigkeit im Krankenhaus

11 095 Befragte haben sich zu Gründen, die eine Niederlassung behindern, geäußert. Gegen eine Niederlassung sprachen aus Sicht der Medizinstudierenden

  • ein hohes finanzielles Risiko (62,7 %)
  • medizinfremde Tätigkeiten und Bürokratie (57,8 %)
  • ein geringes Einkommen beziehungsweise unangemessenes Honorar (53,4 %)
  • drohende Regressforderungen durch die Krankenkassen (49,9 %)
  • der hohe Kaufpreis für eine Praxis (48,7 %)
  • die hohe Arbeitsbelastung (37,4 %).

In einer Hauptkomponentenanalyse zeigten sich Zusammenhänge der Items, die zu folgenden Gruppen zusammengefasst werden können (Hauptkomponentenanalyse, Rotation Varimax, KMO.659):

  • Geringes Einkommen, finanzielle Risiken und bürokratische Hemmnisse
  • ein ungünstiges Verhältnis von Arbeitszeit und Freizeit mit (zu) wenig Zeit für die Familie
  • die Gefahr einer routinisierten Medizin isoliert auf dem Land mit „Standardpatienten“ und wenig kollegialem Austausch.

Zur Überwindung dieser Hinderungsfaktoren wünschten sich die Befragten

  • Unterstützung zu Fragen der Finanzierung einschließlich finanzieller Anreize zur Niederlassung
  • Beratungsangebote zu den Themenkomplexen Recht und Bürokratie
  • gezielte Unterstützungen zur Niederlassung in finanziell unattraktiven Gebieten und bei der Etablierung einer Arztfamilie in ländlichen Regionen.

Die Beurteilung der Situation hinsichtlich einer Tätigkeit im Krankenhaus durch die Befragten stellte sich im Vergleich zur niedergelassenen Situation in anderer Schwerpunktsetzung dar. Hinderungsgründe für die Aufnahme einer Tätigkeit im Krankenhaus waren die hohe Arbeitsbelastung (63,1 %, n = 10 688) vor der schlechten Vereinbarkeit von Familie und Beruf (60,5 %), der nicht angemessen zur Verfügung stehenden Zeit für die Behandlung von Patienten (55,1 %) und den starren Hierarchien in Kliniken (53,2 %). Weniger als die Hälfte der Befragten nannten in absteigender Reihenfolge „wenig Freizeit“, „geringes Einkommen“, „Bereitschafts- und Nachtdienste“, „hohes Maß an medizinfremden Tätigkeiten und Bürokratie“ sowie „wenig Aufstiegsmöglichkeiten“ als Gründe, die gegen eine Tätigkeit in einem Krankenhaus sprechen. Eine Hauptkomponentenanalyse (Rotation Varimax, KMO.816) hat zwei zentrale Faktoren extrahiert: Ein ungünstiges Verhältnis von Arbeitszeit und Freizeit war für 65,5 % der Studenten ein abschreckender Faktor, (zu) geringes Einkommen und prekäre Karriereperspektiven könnten 27,6 % von einer Tätigkeit im Krankenhaus abhalten.

Spätere Berufstätigkeit: Einkommenserwartungen

Auffällig ist die Streuung der angegebenen Netto-Gehaltserwartungen (Tabelle 4). Die Ausbildungsphase zum Zeitpunkt der Befragung hatte keinen Einfluss auf die Einkommenserwartungen – zwischen Studienanfängern und Studenten im PJ bestanden bei dieser Frage keine signifikanten Unterschiede. Einen sehr deutlichen Effekt hatte dagegen das Geschlecht. Gemessen durch die Standardabweichungen waren Frauen in ihren Einkommensvorstellungen deutlich homogener als die Männer – und sie zeigten sich mit deutlich weniger Einkommen zufrieden.

Einkommenserwartungen: Angemessene Monatsnettoeinkommen in Euro und Geschlecht
Einkommenserwartungen: Angemessene Monatsnettoeinkommen in Euro und Geschlecht
Tabelle 4
Einkommenserwartungen: Angemessene Monatsnettoeinkommen in Euro und Geschlecht

Spätere Berufstätigkeit: Arbeitsorte und Regionen

Nur 3,4 % aller Antwortenden (n = 10 413) gaben an, auf keinen Fall in Deutschland arbeiten zu wollen, 7,9 % lehnten eine Tätigkeit im Ausland ab. Bei einer Tätigkeit in Deutschland zeigte sich – ebenso wie bei der Wahl des Studienortes – eine ausgeprägte Heimatorientierung der Studenten. Für über die Hälfte der Befragten kam die nähere Heimatregion auf jeden Fall in Frage (52,2 %, n = 10 413), für knapp die Hälfte (49,7 %, n = 10 375) das eigene Bundesland und für knapp ein Drittel (28,0 %, n = 10 382) auch ein anderes Bundesland. Der Schwerpunkt bei der Wahl des Arbeitsortes lag damit sehr deutlich in Deutschland.

Die Heimatbindung unterlag jedoch regionalen Unterschieden und war am höchsten in Süddeutschland ausgeprägt (93,1 %) gefolgt von den Stadtstaaten (91,8 %), Westdeutschland (85,6 %) und schließlich Ostdeutschland (76,7 %). Die drei am häufigsten genannten Regionen (n = 7 521) für den Fall der Ausübung der Tätigkeit in einem anderen Bundesland waren Hamburg (63,1 %), Bayern (57,2 %) und Baden-Württemberg (55,2 %).

Tabelle 5 zeigt die Präferenz der Antwortenden für größere Städte. Bei der Aversion gegen ländliche Regionen spielt die regionale Herkunft und sozialräumliche Sozialisation eine entscheidende Rolle. Ländlich sozialisierte Studenten würden signifikant häufiger auch auf dem Land leben und arbeiten. Das Geschlecht hatte ebenfalls einen signifikanten Einfluss: Frauen waren eher bereit, auch aufs Land zu gehen als Männer. Dagegen spielte die Phase der Ausbildung zum Zeitpunkt der Befragung bei dieser Frage keine Rolle (Tabelle 5).

Aversion gegen bestimmte Arbeitsorte (Ortsgrößen, Angaben in Prozent, n = 10 604)
Aversion gegen bestimmte Arbeitsorte (Ortsgrößen, Angaben in Prozent, n = 10 604)
Tabelle 5
Aversion gegen bestimmte Arbeitsorte (Ortsgrößen, Angaben in Prozent, n = 10 604)

Diskussion

Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass die kommende Arztgeneration ein hohes Interesse an der späteren Tätigkeit in der Patientenversorgung hat und sich darauf einstellt, überdurchschnittliche Wochenarbeitszeiten jenseits einer 40-Stunden-Woche abzuleisten. Analog zur Arztzahlentwicklung insgesamt zeigte sich auch in der Befragung, dass die Perspektive von Frauen auf den Arztberuf das Berufsbild stärker als bisher prägen wird. Gesamtgesellschaftliche Entwicklungen spiegelten sich ebenfalls wider: Das Leben und eine Tätigkeit auf dem Lande wurde vergleichsweise als unattraktiv erachtet, die Anziehungskraft der Städte gilt auch für künftige Ärzte. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein geschlechterübergreifendes Anliegen, das deutlich an Bedeutung gewonnen hat, was sich nicht zuletzt in einem höheren Interesse an einer Angestelltentätigkeit niederschlägt.

Diese Untersuchungen decken sich weitgehend mit den beiden bisherigen deutschen (5, 6) und auch mit internationalen Befragungen (2, 3, 1113). Unterschiede zu den beiden größeren deutschen Befragungen (5, 6) ergeben sich bei der Fachrichtungswahl und der definitiven Absicht, nur im Ausland arbeiten zu wollen: Während in allen Befragungen zur Wahl der Fachrichtung die Innere Medizin führt, folgen in den beiden deutschen Befragungen auf die Chirurgie die Allgemeinmedizin, die Anästhesie und schließlich die Pädiatrie. Beim Vergleich der Fachrichtungswahl der PJ-Studenten mit der Wahl der Studenten in anderen Phasen des Studiums gleicht sich die Abfolge bis auf die Stellung der Chirurgie an zweiter Stelle an. In der Studie von Osenberg et al. (5) wird als weiterer signifikanter Unterschied zudem die Präferenz für eine Tätigkeit im Ausland bei anders gewichteter Fragestellung wesentlich häufiger angegeben.

Erhebliche Diskrepanzen zeigen sich zwischen gewählter Fachrichtung und künftigem Versorgungsbedarf. Die spätere Wahl der Fachrichtung ist auch nach Abschluss des Studiums Einflüssen unterworfen, so dass die in der Befragung angegebene Präferenz nicht abschließend sein dürfte. Würden jedoch alle Studenten den in der Befragung gewählten Präferenzen folgen, sind insbesondere erhebliche Lücken (verglichen mit dem Status Quo) in der hausärztlichen Versorgung zu erwarten, ähnliches gilt auch für die augenheilkundliche und die HNO-Versorgung. Diese Entwicklung wird verschärft durch die Betrachtung der hausärztlichen Tätigkeit als unattraktiv, insbesondere im ländlichen Raum, sowie die derzeit im internationalen Vergleich schlechte Einschätzung von Berufsaussichten durch praktizierende Hausärzte (14). Internationale Untersuchungen zeigen auch, dass die hausärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten einen besonderen Problembereich darstellt (11). Tolhurst und Stewart konnten in Interviews mit australischen Studenten ermitteln, dass der eigenen Familie, den Möglichkeiten der Teilzeittätigkeit sowie der Nutzung von längeren beruflichen Unterbrechungen ein hoher Stellenwert beigemessen wird (4).

Zahlreiche Untersuchungen weisen auf die Bedeutung der Ausbildung bei der Wahl des Ortes zur Berufsausübung (15) und auch des Fachbereichs hin (16). Offensichtlich beeinflusst das Angebot von Praktika sowie die Absolvierung von Praxiszeiten in ländlichen Gebieten positiv die Laufbahnentscheidungen von Medizinstudierenden (17, 18). Intensivierte Beratungsangebote und die finanzielle Absicherung der späteren Tätigkeit waren nach Angabe der Befragten dieser Untersuchung in der Barrierenanalyse wesentliche Punkte, die bei der künftigen Versorgungsplanung eine Rolle spielen sollten und teilweise schon aufgegriffen wurden. Die vorliegende Untersuchung kann deshalb Hinweise liefern, wie künftige Ärztinnen und Ärzte für die Patientenversorgung gewonnen werden können.

Limitationen

Diese bundesweite Befragung aller Medizinstudierenden hat verschiedene Limitationen: Aussagen zur Repräsentativität der Untersuchung sind nur eingeschränkt möglich, die Präferenzen der an der Untersuchung nicht teilnehmenden Studierenden können nicht beurteilt werden. Der geschätzte Rücklauf von 15,7 % bei fehlender Kenntnis der Grundgesamtheit der Medizinstudierenden im Sommer 2010 verstärkt diesen Effekt. Ebenso kann nicht ausgeschlossen werden, dass es Mehrfachteilnahmen an der Befragung gab.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht:13. 9. 2011, revidierte Fassung angenommen: 2. 2. 2012

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Bernhard Gibis
Dezernat 4 – Verträge und Verordnungsmanagement
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Herbert-Lewin-Platz 2
10623 Berlin
bgibis@kbv.de

Summary

The Career Expectations of Medical Students:
Findings of a Nationwide Survey in Germany

Background: Demographic change, technical progress, and changing patterns of service use influence the future demand for physicians in the German health care system. The attitudes of medical students towards their later work in the health system is important for current health care planning. For that reason a nationwide survey aimed to identify major trends in preferred specialty, workplace characteristics (regional location, hospital) and perceived hindrances for clinical work.

Methods: A questionnaire consisting of 34 closed questions was developed at the University of Mainz in 2009 and administered over the Internet in June and July 2010 to all medical students in Germany. The questions addressed the students’ intentions regarding specialty training, location of practice, workload, and regional preference, as well as potential reasons why they might choose not to practice clinical medicine in the future.

Results: 12 518 web-based questionnaires were filled in (approx. 15.7% of all medical students in Germany in 2010). The mean age was 24.9 years, with 64% female and 36% male. Favored specialties were internal medicine (42.6%), family medicine (29.6%), pediatrics (27.0%) and surgery (26.8%). Nearly all respondents (96%) stated that they attached importance to compatibility of work and family life. Working in a salaried position (92.2%) was preferred to working in private practice 77.7%). General practice, in particular in rural locations, was significantly less favored than work as a specialist in cities.

Conclusions: Although the coming generation of physicians anticipate working in clincial settings in the future, shortfalls in the areas of primary care and in rural locations are likely if medical students adhere to their preferences stated in the questionnaire.

Zitierweise
Gibis B, Heinz A, Jacob R, Müller CH: The career expectations of medical students: findings of a nationwide survey in Germany. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(18): 327–32. DOI: 10.3238/arztebl.2012.0327

@eMethodenteil:
www.aerzteblatt.de/12m0327

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Wunsch-Facharztausbildung nach Geschlecht (Angaben in Prozent, n = 12 058)
Wunsch-Facharztausbildung nach Geschlecht (Angaben in Prozent, n = 12 058)
Tabelle 1
Wunsch-Facharztausbildung nach Geschlecht (Angaben in Prozent, n = 12 058)
Wöchentliche Arbeitszeit nach der Facharztausbildung (Angaben in Prozent, n = 10 212)
Wöchentliche Arbeitszeit nach der Facharztausbildung (Angaben in Prozent, n = 10 212)
Tabelle 2
Wöchentliche Arbeitszeit nach der Facharztausbildung (Angaben in Prozent, n = 10 212)
Niederlassung und angestellte Tätigkeit nach Geschlecht (Angaben in Prozent)
Niederlassung und angestellte Tätigkeit nach Geschlecht (Angaben in Prozent)
Tabelle 3
Niederlassung und angestellte Tätigkeit nach Geschlecht (Angaben in Prozent)
Einkommenserwartungen: Angemessene Monatsnettoeinkommen in Euro und Geschlecht
Einkommenserwartungen: Angemessene Monatsnettoeinkommen in Euro und Geschlecht
Tabelle 4
Einkommenserwartungen: Angemessene Monatsnettoeinkommen in Euro und Geschlecht
Aversion gegen bestimmte Arbeitsorte (Ortsgrößen, Angaben in Prozent, n = 10 604)
Aversion gegen bestimmte Arbeitsorte (Ortsgrößen, Angaben in Prozent, n = 10 604)
Tabelle 5
Aversion gegen bestimmte Arbeitsorte (Ortsgrößen, Angaben in Prozent, n = 10 604)
Zusammenfassung der Methodologie
Zusammenfassung der Methodologie
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