ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2012Randnotiz: So schnell kann es gehen

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Randnotiz: So schnell kann es gehen

Dtsch Arztebl 2012; 109(18): A-893 / B-769 / C-765

Bühring, Petra

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Etwa 100 000 Eltern in Berlin erhielten im vergangenen Jahr Mahnbriefe, weil sie die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen ihrer Kinder versäumt hätten, lese ich auf dem Weg in die Redaktion im „Tagesspiegel“. Diese Zahl wurde auf einer Anhörung zum Thema Kinderschutz bekanntgegeben. Die Schamröte fährt mir ins Gesicht. Zu diesen Eltern zähle ich auch. Zweimal schon habe ich Post von der „Zentralen Stelle für das Einladungs- und Rückmeldewesen“ an der Charité bekommen, weil ich es versäumt hatte, meinen Sohn rechtzeitig der Kinderärztin vorzustellen. Der Kleine war gesund, den Termin für die U7 zwischen dem 21. und 24. Lebensmonat auszumachen, hatte ich schlicht vergessen im Alltagsstress zwischen Job, Kindern und Haushalt. An die Existenz der
U7a ein Lebensjahr später erinnerte mich wieder ein Brief der Charité.

Schuldbewusst rief ich in der Kinderarztpraxis an. Meinen Beteuerungen, mein Kind nicht zu vernachlässigen, wurde Glauben geschenkt.

Die U7a wurde erst 2008 eingeführt und füllt eine große Lücke. Das für die Erfassung notwendige Screeningetikett klebt nun auch in unserem Gelben Heft.

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Die „Zentrale Stelle“ an der Charité gehört zum Berliner Netzwerk Kinderschutz, das 2009 anlässlich der spektakulären Fälle von schwerer Kindesmisshandlung eingeführt wurde. Reagieren Eltern nicht auf die Mahnung, wird der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst aufsuchend aktiv. Hinter rund 1 300 nicht erfolgten Rückmeldungen verbergen sich ernsthafte Probleme, berichtet dieser Dienst.

Der Termin für die U8 steht fett in meinem Kalender. Außerdem werde ich meine Kinderärztin fragen, ob nicht die Praxis mich erinnern kann.

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