ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2012Randnotiz: Man kann ja mal fragen

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Randnotiz: Man kann ja mal fragen

Dtsch Arztebl 2012; 109(19): A-947 / B-815 / C-807

Protschka, Johanna

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Kleine Fragen kommen manchmal groß daher. So wie die Kleinen Anfragen, die die Oppositionsparteien der Regierung stellen und die oftmals viele Seiten umfassen. Die jeweilige Regierung soll Rechenschaft über bestimmte Maßnahmen ablegen oder erklären, warum die Maßnahmen gar nicht erst ergriffen wurden. Natürlich werden dabei auch die Partikularinteressen der Wählerschaft berücksichtigt. Eine Kleine Anfrage aus wahltaktischen Motiven? So kann das laufen in einer Parteiendemokratie. Nicht zuletzt zeigen die Parteien der Bevölkerung damit: Seht her, wir tun was!

Doch abgesehen von ihrer Kontrollfunktion, bergen Kleine Anfragen auch die Chance für einen echten Erkenntnisgewinn. In der Gesundheitspolitik fallen dabei die Grünen auf: Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat seit Beginn dieses Jahres ganze 13 Kleine Anfragen formuliert. Zum Vergleich: Die Linke schaffte zehn, die SPD brachte es auf vier. Doch nicht nur in der Masse liegen die Grünen vorn, auch inhaltlich zeichnete sich die thematische Auswahl durch Aktualität und Sachkenntnis aus. Ob zur Umsetzung des Orientierungswertes für Krankenhäuser, zu den steigenden Raten der Kaiserschnittentbindungen oder zur Berufshaftpflichtversicherung in medizinischen Berufen, die Grünen scheinen auf Zack zu sein. Und: Wer fragt, der führt. Das weiß der Kommunikationstrainer schon lange. Ein interessanter Aspekt auch im Hinblick auf die Piraten-Partei, die, nach eigener Aussage, mehr unbequeme Fragen als Antworten bereithält. Alle Fragenden sollten aber bedenken: Wer vorher fragt, sollte es später auch wissen. Und wer was weiß, der wird auch irgendwann einmal um Antworten gebeten.

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