ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2012Qualitätssicherung: Mehr Transparenz in der Psychiatrie

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Qualitätssicherung: Mehr Transparenz in der Psychiatrie

Dtsch Arztebl 2012; 109(19): A-947 / B-815 / C-807

Bühring, Petra

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Die Qualitätssicherung in der Psychiatrie ist noch nicht allzu weit vorangeschritten. „Es muss dringend mehr Transparenz in psychiatrische Kliniken“, forderte Dr. med. Iris Hauth, St.-Joseph-Krankenhaus Berlin, bei einem Pressegespräch des „Forums Qualitätskliniken“ Anfang Mai in Berlin. Zwar hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) am 15. März das AQUA-Institut (Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen) nach § 137 a Sozialgesetzbuch V beauftragt, ein sektorenübergreifendes Qualitätssicherungsverfahren zur Versorgung bei psychischen Erkrankungen zu entwickeln. Doch die Instrumente und Indikatoren werden voraussichtlich erst 2017 zur Verfügung stehen.

Der G-BA greift mit diesem Auftrag eine Forderung im Gesetzentwurf zum Psychiatrie-Entgeltsystem auf. „Die Qualitätssicherung ist ein positiver Effekt der Vergütungsreform“, betonte Dr. Wulf-Dietrich Leber vom GKV-Spitzenverband. Im Rahmen des alten „unterentwickelten“ Vergütungssystems sei Qualitätssicherung kaum möglich gewesen.

Hauth wies weiter auf die Besonderheiten von Qualitätsindikatoren in der Psychiatrie hin: Ethische Fragen, wie der Umgang mit Zwangsmaßnahmen, müssten berücksichtigt werden. Institutsambulanzen seien ein weiterer Indikator für Qualität, ebenso die subjektiven Einschätzungen der Patienten. Die Indikatoren müssten jedoch aus den Routinedaten erhoben werden, forderte Chefärztin Hauth: „Ein zusätzlicher Aufwand darf nicht sein.“ Im Übrigen müssten auch die Krankenkassen ihre Daten zur Verfügung stellen – und das sektorenübergreifend.

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Das Portal www.qualitaetskliniken.de hat den Kriterienkatalog jetzt für die Psychiatrie erweitert. pb

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