ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2012Ein Jahr nach EHEC: Kliniken warten noch auf Kostenerstattung

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Ein Jahr nach EHEC: Kliniken warten noch auf Kostenerstattung

Dtsch Arztebl 2012; 109(19): A-946 / B-814 / C-806

Zylka-Menhorn, Vera

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Bei dem EHECAusbruch im Mai 2011 erkrankten circa 4 300 Menschen, 50 starben. Foto: dpa
Bei dem EHECAusbruch im Mai 2011 erkrankten circa 4 300 Menschen, 50 starben. Foto: dpa

Ein Jahr nach dem Ausbruch der EHEC-Infektion in Deutschland sitzen die Hauptversorgerkliniken der betroffenen Patienten weiterhin auf Kosten in Millionenhöhe. „Es kann nicht sein, dass der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter das Krisenmanagement im Zusammenhang mit der EHEC-Epidemie lobt und gleichzeitig beispielsweise das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein von ungedeckten Kosten von weit über fünf Millionen Euro ausgeht“, kritisiert der Generalsekretär des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), Rüdiger Strehl. Als höchste Instanz habe das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium auch die Pflicht, im Zweifelsfall zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern zu vermitteln.

Kritik an der Aufarbeitung der EHEC-Infektionen mit 53 Todesfällen übt auch die Verbraucherorganisation Foodwatch e.V. in einer 29-seitigen Analyse. Anders als in einer gemeinsamen Bilanz der Bundesministerien für Gesundheit und Verbraucherschutz dargestellt, sei weder der EHEC-Ausbruch aufgeklärt noch seien die Schwachstellen in Lebensmittelüberwachung und Gesundheitsschutz analysiert und behoben worden.

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Für die These, dass der EHEC-Erreger über verunreinigte Bockshornkleesamen aus Ägypten importiert und über einen Biosprossenerzeuger im niedersächsischen Bienenbüttel verbreitet wurde, gebe es zwar Hinweise, aber keinen Beleg. Gerade einmal 75 von 15 000 Kilogramm (0,5 Prozent) der mutmaßlich kontaminierten Chargen seien an den Bienenbütteler Sprossenhof geliefert worden. „Offen ist, weshalb die an andere Händler gelieferten Samen aus denselben Chargen nicht zu EHEC-Infektionen führten“, monierte Foodwatch. zyl

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