ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2012Abrechnungsempfehlungen der Bundes­ärzte­kammer

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Abrechnungsempfehlungen der Bundes­ärzte­kammer

Dtsch Arztebl 2012; 109(19): A-987 / B-851 / C-843

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Bekanntmachungen

Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer hat in seiner 10. Sitzung (Amtsperiode 2011/2015) am 20. April 2012 nachfolgende – vom Ausschuss Gebührenordnung der Bundes­ärzte­kammer in seiner 4. Sitzung (Amtsperiode 2011/2015) am 19. März 2012 befürwortete – Abrechnungsempfehlungen beschlossen:

Abrechnung des Coilings von Hirnarterien

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analog Nr. 5358 GOÄ.

Abrechnung der TVT-Operation (Tension-free-Vaginal-Tape-Operation) zur Behandlung der Harninkontinenz

analog Nr. 1780 GOÄ.

Keine (Mehrfach)Abrechnung der Nr. 678 GOÄ analog für eine endoskopisch gesteuerte segmentale Lavage der einzelnen Kolonabschnitte zur Allergiediagnostik bei Nahrungsmittelunverträglichkeit

Je nach Umfang der Leistungserbringung Abrechnung einmalig nach Nr. 687 GOÄ („Hohe Koloskopie bis zum Coecum – gegebenenfalls einschließlich Probeexzision und/oder Probepunktion“) oder einmalig nach Nr. 688 GOÄ („Partielle Koloskopie – gegebenenfalls einschließlich Rektoskopie, Probeexzision und/oder Probepunktion“).

Berücksichtigung eines erhöhten Zeitbedarfs bei multiplen Sondierungssegmenten über den Gebührenrahmen.

Eine (Mehrfach)Abrechnung nach Nr. 678 GOÄ („Bronchoskopie mit zusätzlichem operativen Eingriff . . .“) analog ist nicht möglich, da mit den Nrn. 687 und 688 GOÄ Gebührenpositionen bestehen, die die Kolonuntersuchung abbilden.

Keine Abrechnung der Nr. 784 GOÄ analog für die Nutzung einer Medikamentenpumpe (Verabreichung von Narkose-unabhängigen Medikamenten, z. B. Arterenol®) während einer Anästhesie

Die Verabreichung von narkosenunabhängigen Medikamenten, z. B. Arterenol®, während einer Anästhesie mittels einer Medikamentenpumpe ist nicht nach Nr. 784 GOÄ analog („Erstanlegen einer externen Medikamentenpumpe – einschließlich Einstellung sowie Beratung und Schulung des Patienten – gegebenenfalls in mehreren Sitzungen“, 275 Punkte) berechnungsfähig, insbesondere weil wesentliche Leistungsinhalte (Beratung und Schulung des Patienten) dieser Gebührenposition bei einem narkotisierten Patienten naturgemäß nicht erbracht werden können. Dieser Mangel kann auch durch den Ansatz eines niedrigen Gebührensatzes nicht geheilt werden.

Die Abrechnung hat über die Nr. 261 GOÄ („Einbringung von Arzneimitteln in einen parenteralen Katheter“) zu erfolgen. Beachte auch Satz 2 der Abrechnungsbestimmung zu Nr. 261 GOÄ: „Wird die Leistung nach Nummer 261 im Zusammenhang mit einer Anästhesie/Narkose berechnet, ist das Medikament in der Rechnung anzugeben.“

Abrechnung von Früherkennungsuntersuchungen zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr

analog Nr. 26 GOÄ.

Abrechnung der Überlassung einer Daten-CD an den Patienten, z. B. nach durchgeführter MRT-Untersuchung

Für eine auf Wunsch eines Patienten ausgehändigte Daten-CD (z. B. mit Daten einer MRT-Untersuchung) kann der Arzt von dem Patienten eine Aufwandsentschädigung verlangen. Ein Betrag in Höhe von 5,00 Euro wird als angemessen eingestuft.

Abrechnung des Hautkrebsscreenings in Kombination mit einer Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten in einer Sitzung

Die Beratung einer Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten wird nach Nr. 29 GOÄ abgerechnet, auch wenn gleichzeitig eine Beratung zum Hautkrebsscreening erfolgt.

Der zeitliche Mehraufwand aufgrund der kombinierten Beratungsleistung kann über einen erhöhten Gebührensatz berücksichtigt werden.

Neben der Beratungsleistung ist im Rahmen des Hautkrebsscreenings die Nr. 750 GOÄ (Auflichtmikroskopie der Haut) oder die Nr. 612 GOÄ analog (soweit eine videogestützte Untersuchung und Dokumentation erfolgt) zusätzlich abrechenbar.

Abrechnung der Zystourethroskopie (bei Anwendung eines flexiblen Instruments)

Die Zystourethroskopie ist nach Nr. 1787 GOÄ abzurechnen, unabhängig davon, ob ein starres oder ein flexibles Instrument verwendet wird. Den durch die Anwendung eines flexiblen Instruments verbundenen höheren Kosten (im Vergleich zur Verwendung eines starren Instruments) kann durch die Wahl eines höheren Gebührensatzes entsprochen werden.

Abrechnung der Einbringung einer Bandscheiben-Prothese

Die Einbringung einer, zumeist zervikalen oder lumbalen, Bandscheibenprothese ist nach Nr. 2287 GOÄ neben der zugrundeliegenden Hauptleistung (z. B. der Nr. 2577 GOÄ) abzurechnen. 

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