ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2012Universität Mainz: Freier Zugang zu Informationen

BERUF

Universität Mainz: Freier Zugang zu Informationen

Dtsch Arztebl 2012; 109(20): [75]

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Johannes-Gutenberg-Universität (JGU) Mainz setzt sich für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen im Internet ein. Wissenschaftliche Arbeiten sollen künftig möglichst vollständig nachgewiesen und als Open-Access-Publikationen veröffentlicht werden. Dazu hat die JGU ein Grundsatzpapier, die „Open Access Policy der JGU“, verabschiedet.

Open-Access-Publikationen sind öffentlich im Internet zugänglich, Nutzer können sie ohne Kosten im Volltext lesen und herunterladen. Damit ermöglichen sie eine uneingeschränkte Verbreitung von Forschungsergebnissen unter Wissenschaftlern und allen anderen Interessenten. Die Open-Access-Bewegung ist Ende der 1990er Jahre infolge der sogenannten Zeitschriftenkrise aufgekommen. Wegen überproportionaler Preissteigerungen auf dem Zeitschriftenmarkt mussten Bibliotheken seitdem viele Abonnements von Fachzeitschriften kündigen.

„Damit ist eine angemessene Literaturversorgung für unsere Forscher und Studierenden auf Dauer nicht gewährleistet“, sagte Dr. Andreas Brandtner, Direktor der Universitätsbibliothek in Mainz. Gleichzeitig stelle sich die Frage, warum die mit Steuergeldern finanzierten Forschungsergebnisse nach ihrer Veröffentlichung erneut mit Mitteln der öffentlichen Hand erworben werden müssten.

Anzeige

An der JGU publizieren beispielsweise Mediziner und Naturwissenschaftler jährlich annähernd 2 500 Fachaufsätze. Weniger als zehn Prozent davon erscheinen in frei zugänglichen Quellen. Der Hauptanteil wird in kostenpflichtigen Zeitschriften publiziert.

Aber auch Open Access ist nicht kostenfrei. Die redaktionelle Begutachtung und die veröffentlichungsreife Aufbereitung von Beiträgen kosten Geld. Deshalb erheben viele Open-Access-Verlage Publikationsgebühren, die von den Autoren bezahlt werden müssen. Damit dies nicht zum Hindernis für das Open-Access-Publizieren wird, hat die JGU jetzt einen Publikationsfonds eingerichtet. Aus diesem Fonds kann die Universitätsbibliothek auf Antrag Autorengebühren der Universitätsangehörigen erstatten. hil

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema