ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2012Neurologen: Die Rückkehr aus dem Ausland erleichtern
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. . . Ich freue mich, dass das Bedürfnis nach Neurologen, insbesondere Schlaganfallneurologen in Deutschland erkannt wird. Um „den wachsenden Anforderungen gerecht werden zu können“, sollte Deutschland nicht nur in die Nachwuchsförderung investieren, sondern auch versuchen, die Rückkehr für deutsche Neurologen aus dem Ausland attraktiver zu gestalten: Die Bestrebung einer Strukturänderung befürworte ich sehr (zum Beispiel Bestrebungen, klinische Tätigkeit und Forschung mehr in Einklang zu bringen oder die Kinderbetreuung zu verbessern). Zusätzlich fordere ich eine höhere Flexibilität der deutschen Ärztekammern:

Nach abgeschlossenem Medizinstudium und neun Monaten ÄiP-Tätigkeit in Deutschland habe ich den neurologischen Facharzt mit Zusatzausbildung Vaskuläre Neurologie in den USA absolviert. Seit drei Jahren bin ich Oberärztin (Assistant Professor) an einem Universitätskrankenhaus und Leiterin der Schlaganfallambulanz. Auf eine Oberarztstelle in Deutschland kann ich mich nur bewerben, wenn ich die deutsche Facharztprüfung abgelegt habe. Fünf verschiedene Ärztekammern habe ich um eine Anerkennung meiner hiesigen Ausbildung gebeten. Nur in Berlin waren sie überhaupt bereit, meine Zeugnisse im Weiterbildungsausschuss anzusehen – an allen anderen Ärztekammern ist die Mitgliedschaft schon dafür Voraussetzung. Auch in Berlin kann ich trotz nun anerkannter Facharztausbildung die Prüfung nur als Berliner Ärztekammermitglied ablegen – Mitglied wiederum kann ich aber nur sein, wenn ich meinen Erstwohnsitz und eine Arbeitsstelle dort habe.

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Für den in diesem Artikel erwähnten anstehenden „Boom“ (von Schlaganfallpatienten) wären die deutschen Neurologen besser gerüstet, wenn das deutsche System offener würde für Fachärzte, die ihre Ausbildung im Ausland absolviert haben.

Claire J. Creutzfeldt MD, Acting Assistant
Professor, Harborview Stroke Center, University of Washington, Seattle, WA, USA

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