ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2012Praktisches Jahr: Ein Blick zurück
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Die Situation des ärztlichen Nachwuchses . . . ist im Laufe der Jahre immer mehr verschlimmbessert worden. Die jetzt aufgetretenen Probleme, die sich ja seit Jahren progredient verdeutlicht haben, sind eine Folge der ständigen Reformitis. Wenn man den sehr zutreffenden „Seite eins“-Artikel liest, bestätigt sich der empirisch gesicherte Eindruck, dass hier letztlich nur sachfremde, oft ökonomisch und interessenbegründete Aspekte maßgeblich waren und sind. Die Lösung wäre gegebenenfalls einfach mit einem „Zurück auf null“ . . . In der zweiten Hälfte der Fünfzigerjahre Medizin zu studieren, bedeutete zunächst vier Wochen Pflegepraktikum in der Zeit bis zum Physikum, danach studienbegleitend ein bis zwei Monate Famulatur. Dann Staatsexamen und anschließend zwei Jahre Medizinalassistent, davon vorgeschrieben sechs Monate Innere, vier Monate Chirurgie, vier Monate Geburtshilfe und Frauenheilkunde, der Rest war frei wählbar. Nach zwei Jahren dann Approbation zum Arzt. Diese Ausbildung gewährleistete im Regelfall durchaus einen verwendungsfähigen Mediziner, der sich dann je nach Neigung und Möglichkeiten spezialisieren und weiterbilden konnte. Die Möglichkeiten während der zwei Jahre waren nicht begrenzt . . . Die Behauptung der Hochschulmediziner, dass dadurch die Qualität der Ausbildung gefährdet ist, ist nicht haltbar. Sie war es schon damals nicht. Oft kam man an den städtischen oder kommunalen Kliniken viel eher zu einer umfassenden Ausbildung, auch eher zum Assistieren bei operativen Eingriffen als an den Hochschulkliniken, wo man oft nur Zuschauer blieb. Bei dieser zweijährigen Ausbildung blieb auch die sogenannte Allgemeinmedizin nicht auf der Strecke.

Dr. med. Eberhard Hirschberg, 10711 Berlin

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