ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2012Kulturkalender: Der Aufbruch der Malerei

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Kulturkalender: Der Aufbruch der Malerei

Dtsch Arztebl 2012; 109(20): A-1040 / C-888

Schuchart, Sabine

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Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Berlin

Bis 1. Juli:

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Aufbruch. Malerei und realer Raum

Mit einem Locheisen durchstieß Lucio Fontana um 1960 die Leinwand (Bild: „Concetto Spaziale“). Ellsworth Kelly erfand seine rahmenlosen Bildobjekte. François Morellet versah weiß gestrichene Bildtafeln mit sich wiederholenden Strukturen. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts widersetzten sich immer mehr Künstler den Grenzen des traditionellen Tafelbilds und schufen Arbeiten mit Bezug zum realen Umraum. Die Ausstellung untersucht die verschiedenen Ansätze, die Geschlossenheit des Bildes mit Hilfe der Malerei aufzubrechen. Außer von Fontana, Kelly und Morellet sind unter anderem Werke von Yves Klein, Bridget Riley, Gotthard Graubner, Frank Stella, Emil Schumacher und Günter Uecker zu sehen.

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Di.–So. 11–20 Uhr

Dresden

26. Mai bis 26. August:

Die Sixtinische Madonna

Ein Kultgemälde feiert seinen 500. Geburtstag. 1512 erhielt Raffael in Rom den Auftrag für die Sixtinische Madonna. Fast 250 Jahre blieb das Meisterwerk an seinem ursprünglichen Ausstellungsort in Piacenza, ohne von der Öffentlichkeit besonders bemerkt zu werden. Das änderte sich erst 1752/1754, als August III. das Bild für die Dresdener Gemäldegalerie ankaufte. Die Ausstellung stellt die „Sixtinische Madonna“ im Kontext der römischen Arbeiten Raffaels und der Werke anderer Künstler vor und erzählt die Geschichte ihres Exils während des Zweiten Weltkriegs bis zu ihrer Rückkehr 1955 nach Dresden.

Gemäldegalerie Alte Meister, Semperbau am Zwinger, Theaterplatz 1, tgl. 11–18, Do./Sa. 10–21 Uhr

Hannover

17. Mai bis 19. August:

Made in Germany Zwei

Bevor in Karlsruhe am 9. Juni die Documenta 100 Tage lang wegweisende internationale Künstler vorstellt, präsentieren in Hannover das Sprengel-Museum, die Kestnergesellschaft und der Kunstverein Werke einer jüngeren, in Deutschland arbeitenden Generation. Die von den drei Museen gemeinsam kuratierte Ausstellung untersucht, welche Bildsprachen der Nachwuchs entwickelt und welche Tendenzen sich daraus ablesen lassen.

Sprengel-Museum/Kestnergesellschaft/Kunstverein, Kernöffnungszeit: Di.–So. 12–18 Uhr; weitere Infos: www.madeingermanyzwei.de

Herford

Bis 16. September:

Atelier + Küche = Labor der Sinne

Dass sich die Beziehung zwischen Kunst und Küche keineswegs nur auf das Genre des Stilllebens beschränkt, zeigt eine fesselnde Übersichtsschau mit circa 150 hochkarätigen Arbeiten, die das Künstleratelier und die Küche als kreative Produktionsstätten in Beziehung setzt. Ein Gang durch die Kunstgeschichte, der mit alten Holzschnitten der Berufsstände aus dem 16. Jahrhundert beginnt, illustriert den Wandel, dem beide Orte unterlagen: von handwerklichen Meisterwerkstätten über die Ateliers einzelner genialer Schöpfer bis hin zum fabrikartigen Multimediastudio für Kunst oder Gaumengenüsse.

Marta, Goebenstraße 2–10, Di.–So. 11–18, jeden 1. Mittwoch im Monat 11–21 Uhr

Nürnberg

24. Mai bis 2. September:

Der frühe Dürer

Die mit mehr als 200 Exponaten „größte Dürer-Ausstellung in Deutschland seit 40 Jahren“ ist dem Frühwerk und der Biografie des jungen Malers aus Nürnberg gewidmet. Konkret geht es um die Zeit bis 1505, als der 34-Jährige zu seiner zweiten Italienreise aufbrach und schon seinen berühmten Feldhasen aquarelliert hatte. Die Schau verspricht wegweisende neue Erkenntnisse, die durch ein interdisziplinäres Forschungsgroßprojekt ermöglicht wurden: Kunsthistoriker, Physiker, Chemiker und Techniker hatten drei Jahre lang die frühen Gemälde und Zeichnungen des Renaissancegenies unter die Lupe genommen.

Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1, tgl. 10–18, Mi./Do. 10–21 Uhr

Sabine Schuchart

Der Besondere Tipp

Gesichter der Forschung

© Archiv Leopoldina
© Archiv Leopoldina

Die Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften ist die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Akademie der Welt. Seit ihrer Gründung 1652 durch vier Mediziner wurden circa 7 500 Wissenschaftler, darunter 168 Nobelpreisträger, aufgenommen. Die Ausstellung zeigt anhand von 350 Mitgliederporträts aus dem reichhaltigen Archiv, wie sich zwischen 1652 und 1935 das „Antlitz der Wissenschaft“ vom konventionellen Porträt bis hin zum privaten, sehr persönlichen Foto veränderte (Bilder: Der Mediziner Robert Doerr, Professor für Hygiene und Mikrobiologie an der Universität Basel, 1932; Albert Sebia, Apotheker und berühmter Naturaliensammler, 1731).

© Archiv Leopoldina
© Archiv Leopoldina

„Das Antlitz der Wissenschaft. Gelehrtenporträts aus drei Jahrhunderten“: Stiftung Moritzburg, Friedemann-Bach-Platz 5, Halle (Saale), Di. 10–19, Mi.– So. 10–18 Uhr (bis 8. Juli)

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