ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2012Ländervergleich Gesundheits-IT: Brachliegende Potenziale

TECHNIK

Ländervergleich Gesundheits-IT: Brachliegende Potenziale

Dtsch Arztebl 2012; 109(20): A-1042 / B-898 / C-889

Krüger-Brand, Heike E.

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Die mangelnde Vernetzung des Gesundheitswesens hindert Ärzte in Deutschland daran, Gesundheitsinformationen auszutauschen und von den Vorteilen zu profitieren. Das hat eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture festgestellt. Dabei sind die Grundlagen für die Vernetzung des Gesundheitswesens vorhanden: In Deutschland erfassen bereits 76 Prozent aller befragten niedergelassenen und Krankenhausärzte Daten über die Behandlung ihrer Patienten. Doch nur etwa einer von vier befragten Krankenhausärzten gibt seine Behandlungsdaten an andere Gesundheitseinrichtungen weiter. Unter den niedergelassenen Ärzten sind es sogar nur zwölf Prozent.

Nach der Studie sehen allerdings weit mehr als die Hälfte der Ärzte deutliche Vorteile in einer Vernetzung: Sie reichen von verbesserten Daten für die klinische Forschung (mehr als 70 Prozent Zustimmung) bis zur Verringerung von Behandlungsfehlern (fast 65 Prozent Zustimmung).

Für die Studie „Vernetztes Gesundheitswesen: Der Weg zu einer integrierten Gesundheitsversorgung“ wurden unter anderem 3 700 Ärzte in Australien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Singapur, Spanien und den USA befragt (www.accenture.de).

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In der Studie nennt Accenture sechs Faktoren, die für die erfolgreiche Umsetzung eines vernetzten Gesundheitswesens entscheidend sind: eine klare Zielsetzung, die Strategie, die technische Infrastruktur, die Kooperation der Beteiligten, gutes Veränderungsmanagement und eine fortlaufende Integration. Das Ergebnis der Länderanalyse: Spanien ist bei der technischen Infrastruktur und bei Kooperationen führend, Singapur hat die überzeugendste Zielsetzung, Großbritannien und Australien zeigen sich beim Veränderungsmanagement vorbildlich. Deutschland und die USA bieten die beste Integration der Interessentengruppen und treiben dadurch die Integration an.

Bei der Umsetzung liegt Deutschland gemeinsam mit Frankreich jedoch auf dem letzten Platz. Denn bei vier der sechs Erfolgsfaktoren steht Deutschland ganz am Anfang: So fehlt es an einer klaren Zielsetzung, einer überzeugenden Strategie, der Infrastruktur und am Veränderungsmanagement. KBr

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