ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2012Arztberuf: Umfrage zeigt mangelnde Attraktivität

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Arztberuf: Umfrage zeigt mangelnde Attraktivität

Dtsch Arztebl 2012; 109(20): A-997 / B-861 / C-853

Richter-Kuhlmann, Eva

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Nur zehn Prozent der Studierenden wollen in einer Einzelpraxis arbeiten. Foto: Caro
Nur zehn Prozent der Studierenden wollen in einer Einzelpraxis arbeiten. Foto: Caro

Nur jeder zweite Medizinstudierende empfindet den Arztberuf als attraktiv. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Hartmannbundes (HB) unter 4 400 Medizinstudierenden. Die Antworten geben nach Ansicht des Verbandes Anlass zur Sorge: Fast jeder Zweite schließt nicht aus, nach dem Studium einen Job außerhalb der kurativen Medizin anzutreten. „Das ist bei einem so beliebten Studiengang wie der Humanmedizin ein Armutszeugnis für all jene, die für die Rahmenbedingungen der ärztlichen Ausbildung und Berufsausübung verantwortlich sind“, sagte Kristian Otte, Vorsitzender des Ausschusses der Medizinstudierenden im HB.

Der Umfrage zufolge wäre der ländliche Raum zuerst von dem Versorgungsnotstand betroffen: Obwohl 24 Prozent der Befragten aus ländlichen Regionen stammen, sind nur neun Prozent bereit, dort auch dauerhaft ambulant tätig zu werden. Vor dem Aus scheint die klassische Einzelpraxis: Nur für zehn Prozent ist diese eine Option. Gewünscht werden Gemeinschaftspraxen und Kooperationen sowie die Anstellungen im ambulanten Bereich. Die Studierenden wollen mehr Teamarbeit und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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Für den HB-Vorsitzenden, Dr. med. Klaus Reinhardt, steht fest, dass sich die Berufsbedingungen den Vorstellungen der jungen Generation anpassen müssen. „Nur so können wir das in Schieflage geratene Bild des Traumberufs ‚Arzt‘ wieder gerade rücken“, sagte er. ER

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