ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2012Randnotiz: Doktortitel gefällig?

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Randnotiz: Doktortitel gefällig?

Dtsch Arztebl 2012; 109(21): A-1051 / B-907 / C-899

Zylka-Menhorn, Vera

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Das Internetportal des Unternehmens Groupon ist für echte Schnäppchenjäger ein unglaublicher Attraktor, winken dem Interessierten doch Gutscheine für Wellness, Shopping, Restaurants, Reisen, Gesundheit, Freizeit, Service und Tickets mit 50 bis 70 Prozent Rabatt. Ein „deal“ kommt aber nur zustande, wenn sich genügend Bewerber innerhalb eines bestimmten Zeitraums registrieren. Daran wird es bei einem ganz außergewöhnlichen Angebot allerdings nicht mangeln. Denn schon zwei Tage vor Ende der Angebotsfrist haben sich mehr als 2 500 Personen entschieden, einen Coupon für einen Doktor- oder einen Professorentitel der Miami Life Development Church zu erwerben. Es gibt sogar beide im „Kombipack“ – und das nur für einen zweistelligen Euro-Betrag!

Die Aspiranten haben „gegen eine milde Spende“ (O-Ton Groupon) dabei folgende Auswahlmöglichkeiten. Option 1: Dr. h. c. für 39 statt 150 Euro. Option 2: Prof. h. c. für 49 statt 200 Euro und Option 3: Prof. h. c. plus Dr. h. c. für 59 statt 300 Euro – natürlich mit Ernennungsurkunde inklusive Versand. Und schon ist man kirchlicher Ehrendoktor für zum Beispiel Metaphysik, Aromatherapie oder Parapsychologie. Insgesamt stehen 65 verschiedene Fachgebiete, mit denen man sich schmücken kann, zur Wahl. Das (unmoralische?) Angebot hat dann aber doch einen kleinen Schönheitsfehler. Um eine Verwechslung mit einem echten akademischen Grad zu vermeiden, darf der Titel nur mit Zusatz h. c. und Angabe von Fachgebiet sowie Herkunftsland geführt werden. Das liest sich dann beispielsweise so: „Erika Musterman, Dr. h. c. of Exorcisms MLDC Institute (USA)“. Na, wie beruhigend für echte Titelträger . . .

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