ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2012Ästhetische Chirurgie: Schönheits-OPs bei Jugendlichen bleiben erlaubt

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Ästhetische Chirurgie: Schönheits-OPs bei Jugendlichen bleiben erlaubt

Dtsch Arztebl 2012; 109(21): A-1051 / B-907 / C-899

afp

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Das von Gesundheitspolitikern der Union geforderte Verbot von Schönheitsoperationen an Minderjährigen ist offenbar aus juristischen Gründen nicht umsetzbar. „Eine Regelungskompetenz im Zuständigkeitsbereich des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums liegt nicht vor“, zitierte die „Berliner Zeitung“ aus einem internen Vermerk des von Daniel Bahr (FDP) geführten Ministeriums.

Brustvergrößerungen finden mitunter auch bei Minderjährigen statt. Foto: picture alliance
Brustvergrößerungen finden mitunter auch bei Minderjährigen statt. Foto: picture alliance
Auch eine Verankerung im Jugendschutzgesetz oder im Kindschaftsrecht ist nach Ansicht der Ministerien für Familie und Justiz rechtlich nicht durchführbar. Ein Verbot wäre lediglich in den Heilberufs- und Kammergesetzen der Länder oder in den Berufsordnungen der Ärztekammern möglich, schrieb die Zeitung unter Berufung auf den Vermerk. Auch dies sehe das Ge­sund­heits­mi­nis­terium allerdings kritisch, weil eine Abgrenzung zwischen medizinisch oder psychologisch begründbaren und rein ästhetisch motivierten Operationen schwierig sei.

Gesundheitspolitiker der Union verweisen unter anderem darauf, dass zehn Prozent aller schönheitschirurgischen Eingriffe an unter 20-Jährigen vorgenommen würden. Bahrs Ministerium kam der Zeitung zufolge jedoch zu der Einschätzung, dass darin alle plastisch-chirurgischen Operationen wie etwa die Behandlung von Verbrennungsfolgen erfasst seien. Es verweist auf Zahlen, nach denen bei unter 18-Jährigen nur circa 1,2 Prozent aller Schönheits-OPs erfolgen. afp

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