ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2012Freie Ärzteschaft: Für das duale System

POLITIK

Freie Ärzteschaft: Für das duale System

Dtsch Arztebl 2012; 109(21): A-1071 / B-923 / C-915

Maus, Josef

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Der Ärzteverband will keine Bürgerversicherung, sondern bei der GKV und PKV bleiben. Er plädiert für Kostenerstattung und Bürokratieabbau in den Praxen.

Gut eine Woche vor Beginn des 115. Deutschen Ärztetages in Nürnberg sprach sich der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, für den Erhalt der privaten Kran­ken­ver­siche­rung aus. Die von der SPD seit Jahren geforderte Bürgerversicherung werde kaum ohne Zusatzversicherungen auskommen und fördere damit geradezu die Zweiklassenmedizin, argumentierte Grauduszus beim „Ärztetag der Basis“, der ebenfalls in Nürnberg stattfand. Der Präsident des Ärzteverbandes zeigte sich erfreut darüber, dass erstmals das Plenum des Deutschen Ärztetages einen Leitantrag (zu den Anforderungen an eine Kran­ken­ver­siche­rung in der Zukunft) ausformulieren solle – für Grauduszus „ein beachtliches Stück Basisdemokratie“.

Martin Grauduszus (Mitte) kämpft für den Erhalt der Freiberuflicheit. Die Freie Ärzteschaft tagte eine Woche vor Beginn des Ärztetages in Nürnberg. Foto: Susanne Mies
Martin Grauduszus (Mitte) kämpft für den Erhalt der Freiberuflicheit. Die Freie Ärzteschaft tagte eine Woche vor Beginn des Ärztetages in Nürnberg. Foto: Susanne Mies
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Mit Blick auf die anstehende Finanzierungsdiskussion der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) forderte der Präsident der Freien Ärzteschaft: „Es muss Schluss sein mit dem Märchen von der Rundumversorgungsidylle.“ Die Freie Ärzteschaft wolle das direkte Vertragsverhältnis zwischen Arzt und Patient. Hier könne eine sozial abgefederte Kostenerstattung hilfreich sein. Zuwendung, Zuhören und Dasein für den Patienten erfordere Zeit, und die habe nur ein Arzt, der frei von wirtschaftlichen Zwängen seinem Beruf nachgehen könne.

Grauduszus appellierte an die Versammlung: „Lassen wir deshalb nicht nach im Kampf für den Erhalt unserer Freiberuflichkeit!“ So will die Freie Ärztechaft mit einer Reihe von Forderungen die Diskussion und die Beschlussfassung beim Deutschen Ärztetag bereichern. Zum einen solle der Ärztetag den Begriff der Sicherstellung diskutieren und neu definieren. Sie solle auf die Notfallversorgung beschränkt werden. Zum anderen fordert der Ärzteverband eine gesetzliche Klarstellung, dass die Vertragsärzte keine Amtsträger oder Beauftragte der Krankenkassen seien.

Die Versammlung griff zudem Grauduszus’ Forderung nach dem Erhalt des dualen Systems in der Kran­ken­ver­siche­rung auf. Jedoch müssten sowohl die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) als auch die GKV Korrekturen erfahren. Schließlich setzt sich die Freie Ärzteschaft für den Bürokratieabbau im Gesundheitswesen ein. Arztpraxen müssten dringend von Verwaltungsaufgaben entlastet werden – so auch beim sogenannten Versicherten-Stammdaten-Management. Das sei keine ärztliche Tätigkeit, sondern Aufgabe der Krankenkassen.

Josef Maus

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