ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2012Peripartale Depressionen erkennen und behandeln

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Peripartale Depressionen erkennen und behandeln

Recognizing and treating peripartum depression

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(24): 419-24; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0419

Hübner-Liebermann, Bettina; Hausner, Helmut; Wittmann, Markus

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Hintergrund: Der vorliegende Artikel gibt eine Übersicht über die aktuelle Studienlage zu Prävalenz, Risikofaktoren und Behandlung peripartaler Depression.

Methode: Relevante Literatur wurde auf Medline sowie in der Cochrane Library unter „peri/pre/post“, „partum/partal/natal“, „maternal/motherhood/pregnancy“ und „depression/affective disorder“ identifiziert.

Ergebnisse: Mit einer Prävalenz von 18,4 % in der Schwangerschaft und 19,2 % in der frühen Mutterschaft sind Depressionen die häufigsten Erkrankungen in der Peripartalzeit. Bereits präpartal sind sie assoziiert mit erhöhtem Frühgeburtsrisiko, geringerem Geburtsgewicht oder veränderter fötaler Herzaktivität. Langfristig werden bei den Kindern beeinträchtigte kognitive oder emotionale Fähigkeiten beobachtet. Als Risikofaktoren gelten depressive Vorerkrankung, mangelnde partnerschaftliche wie soziale Unterstützung und belastende Lebensereignisse. Eine peripartale Depression kann psychotherapeutisch wie psychopharmakologisch effektiv behandelt werden. Die derzeitige Datengrundlage ermöglicht den Einsatz ausgewählter antidepressiver Substanzen in Schwangerschaft wie Stillzeit. Niederschwellige psychosoziale Hilfen bieten vielerorts auch die Schwangerenberatungsstellen. Allerdings werden wohl nicht mehr als 20 % der betroffenen Frauen erkannt, obwohl mit der Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS) und den beiden Whooley-Fragen ein schnelles Screening möglich ist.

Schlussfolgerung: Peripartale Depressionen sind häufig, aber gut therapierbar. Depressionscreening sollte in der gynäkologischen Schwangerschaftsvorsorge und der Nachsorge durch Hebammen Standard sein. Das bedingt allerdings auch den Ausbau ambulanter wie stationärer psychotherapeutischer und psychiatrischer Angebote für erkrankte Frauen und ihre Kinder.

LNSLNS

Eine depressive Symptomatik zeigen 18,4 % aller Schwangeren (95-%-KI: 14,3 % bis 23,3 %) und 19,2 % aller jungen Müttern in den ersten drei Monaten postpartal (10,7 % bis 31,9 %).

An einer schweren, behandlungsbedürftigen Depression („major depression“) – bei insgesamt einer der weiblichen Gesamtbevölkerung ähnlichen Prävalenz – leiden (1):

  • 12,7 % präpartum (7,1 % bis 20,4 %)
  • 7,1 % postpartum (4,1 % bis 11,7 %)

In Großbritannien sterben 0,27 von 100 000 Schwangeren und jungen Müttern innerhalb eines halben Jahres nach Entbindung durch Suizid im Rahmen einer depressiven Erkrankung (2). Nur 20 % bis 40 % der depressiven Frauen suchen professionelle Hilfe auf (e1, e2).

Depressive Erkrankungen sind nicht nur primäre Ursache für Krankheitslast von Frauen im gebärfähigen Alter weltweit (e3), sondern die häufigste psychiatrische Erkrankung rund um die Geburt – mit beträchtlichen Folgen nicht nur für die Betroffene.

Der vorliegende Artikel soll eine Übersicht über aktuelle Studien zur Prävalenz, Ätiologie, Risikofaktoren und Behandlung peripartaler Depression geben. Zudem werden weiterführende Informationsquellen und Ansprechpartner genannt. Nach relevanter Literatur wurde auf Medline unter den Suchbegriffen „peri/pre/post“, „partum/partal/natal“, „maternal/motherhood/pregnancy“ und „depression/affective disorder“, in der Cochrane Library sowie in Deutschen Bibliothekskatalogen online bis zum Dezember 2011 recherchiert. Zitierte Publikationen wurden ebenfalls ausgewertet.

Peripartale Depression – Folgen für Mutter und Kind

Bereits präpartal ist eine depressive Symptomatik assoziiert mit erhöhtem Frühgeburtsrisiko (Relatives Risiko [RR] = 1,13), geringerem Geburtsgewicht (RR = 1,18) und intrauteriner Wachstumsverzögerung (RR = 1,03) (3). Als Ursachen werden eine Dysregulation der mütterlich-fötalen HPA-Achse sowie eine Störung des intrauterinen Milieus aufgrund von Schwankungen in der arteriellen Blutversorgung diskutiert (4). In ihrer Übersichtsarbeit berichten Kinsella und Monk (4) über geringere Herzfrequenzvariabilität bei Föten gestresster Schwangerer. Die Föten depressiver Schwangerer zeigen eine erhöhte Ruheherzfrequenz, eine verlängerte Reaktionszeit wie Pulserholung sowie eine erhöhte motorische Aktivität. Bei den schwangeren Frauen selbst findet man unzureichende Gewichtszunahme, geringere Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen und erhöhten Substanzmissbrauch (e4). Des Weiteren fanden Kozhimannil et al. (e5) ein gehäuftes komorbides Auftreten mit (Gestations-)Diabetes. So hätten Frauen mit Diabetes ein 1,85-fach höheres Risiko an peripartaler Depression zu erkranken, was einer absoluten Risikosteigerung um knapp 7 % entspräche.

Das Verhalten depressiver Mütter von bis zu sechs Monate alten Kleinkindern ist gekennzeichnet durch reduzierte verbale und visuelle Kommunikation. Bei den Kindern sind Schlaf- und Stillprobleme, Vermeidungsverhalten mit Abwendung des Blickes und des Körpers, verringerte Affektregulation sowie Fütter- und Gedeihstörungen häufiger (5). Langfristig sind ein unsicher-gebundener Bindungsstil und bis in die Pubertät geminderte kognitive, emotionale, verbale und soziale Fähigkeiten zu beobachten (6). Pawlby et al. (7) fanden noch bei 16-Jährigen ein vierfach erhöhtes Risiko für eine eigene affektive Erkrankung.

Symptomatik

Für eine peripartale Depression existieren sowohl im DSM-IV als auch in der ICD-10 keine eigenständigen diagnostischen Einheiten. Zu kodieren ist sie unter F32.xx bzw. F33.xx (8), darüber hinaus kann der Zeitpunkt des Auftretens unter O99.3 spezifiziert werden (Grafik). Abzugrenzen ist die postpartale Depression gegenüber dem innerhalb von zehn Tagen postpartum bei 50 % bis 80 % der jungen Mütter anzutreffenden Baby Blues (e6) und der mit etwa 0,1 % bis 0,2 % selten auftretenden postpartalen Psychose (PP), die in den meisten Fällen aufgrund unmittelbarer Gefahr für die Betroffene wie das Kind einer sofortigen (stationären) Behandlung bedarf (e7). Eine PP ist gekennzeichnet durch Wahnvorstellungen, Gedankenlautwerden/-entzug, Stimmenhören und andere Halluzinationen, die meist innerhalb der ersten beiden Wochen nach Entbindung auftreten. Allerdings können auch hier sogenannte „negative“ Symptome wie auffällige Apathie oder verflachter beziehungsweise inadäquater Affekt vorhanden sein. Nosologisch scheint es sich bei der PP eher um die Manifestation einer bipolaren Erkrankung zu handeln, so kommt es bei 25 % bis 50 % der Frauen mit einer bipolaren Vorerkrankung zu einer PP (e7).

Diagnosealgorithmus für unipolare Depression gemäß S3-Leitlinie
Diagnosealgorithmus für unipolare Depression gemäß S3-Leitlinie
Grafik
Diagnosealgorithmus für unipolare Depression gemäß S3-Leitlinie

Inhaltlich ist in der Peripartalzeit die depressive Symptomatik oft geprägt von der gedanklichen Auseinandersetzung mit dem Kind und den Anforderungen der Mutterschaft. Die Frauen leiden unter Versagensängsten und Insuffizienzgefühlen, erleben sich als „schlechte Mutter“, die es nicht einmal schafft, den Bedürfnissen ihres Kindes gerecht zu werden. Oft berichten sie, das Kind sei „schwierig und fordernd“. Ausweichendes Verhalten des Kindes und vorhandene Stillprobleme werden als Bestätigung für das eigene Versagen interpretiert und verstärken den Teufelskreis und die zunehmende Erschöpfung. Aufgrund der persönlichen wie gesellschaftlichen Erwartung an eine Zeit voller Glück, sind gegenteilige Gefühle mit noch größerem Tabu belegt als es eine depressive Erkrankung sonst bereits ist. Die Mütter haben Angst die negativen Gefühle gegenüber ihrem Kind und ihr Versagen als Mutter anzusprechen.

Besonders belastend für die Mütter sind Zwangsgedanken beziehungsweise -impulse, dem Säugling etwas anzutun. In der Studie von Chandra et al. (e8) gaben 60,7 % der schwer depressiven Patientinnen gegenüber 27,6 % der psychotischen beziehungsweise bipolaren Patientinnen infantizidale Vorstellungen an, ein entsprechendes Verhalten zeigten primär wahnhafte Patientinnen. Hornstein et al. (9) weisen jedoch darauf hin, dass das kindeswohlgefährdende Risiko bei depressiven Patientinnen unterschätzt wird. So würden hier Infantizide aus altruistischen Motiven beziehungsweise Furcht vor einer Trennung vom Kind im Rahmen erweiterter Suizide oder bei gleichzeitig bestehender mütterlicher Bindungsstörung geschehen. Das höchste Risiko Opfer eines Infantizids zu werden hätten Säuglinge im ersten Lebensjahr (e9).

Suizide und Suizidversuche treten während Schwangerschaft und Stillzeit insgesamt selten auf (10) – das größere Netz an Unterstützung, der engmaschigere Kontakt zum Gesundheitssystem und die Sorge um das (ungeborene) Kind scheinen protektiv zu wirken. Nichtsdestotrotz sind psychisch kranke Frauen gerade auch in der Peripartalzeit hoch suizidgefährdet: Appleby et al. (11) fanden für postpartal stationär psychiatrisch behandelte Frauen ein 72-fach erhöhtes Suizidrisiko im ersten Lebensjahr des Kindes. Auffällig ist hierbei die für Frauen sonst ungewöhnliche Wahl sogenannter „harter“ und damit letaler Suizidmethoden wie Erhängen oder Sturz aus großer Höhe (2, 10).

Was begünstigt die Entstehung?

In der Metaanalyse von Beck fanden sich dreizehn signifikante Prädiktoren für eine postpartale Depression, darunter zehn mit mindestens mittlerer Effektstärke (Tabelle) (12). Zudem zeigten sich mit Familienstand, sozioökonomischem Status und ungeplanter/ungewollter Schwangerschaft noch drei Faktoren mit geringer Effektstärke. Insgesamt erhöht scheint das Risiko einer Postpartumsdepression bei psychopathologischen Auffälligkeiten im Vorfeld beziehungsweise während der Schwangerschaft sowie bei mangelnder sozialer wie partnerschaftlicher Unterstützung zu sein. Eine Studie von Ludermir et al. unterstreicht den Effekt einer intakten Partnerschaft (13). So sei die Wahrscheinlichkeit einer postpartalen Depression nach Adjustierung für oben genannte Risikofaktoren inklusive präpartaler psychiatrischer Erkrankung allein bei psychischer Gewalt durch den Partner um das 1,6-fache erhöht, einer absoluten Risikosteigerung um 6 %. Boyce und Hickey diskutieren in ihrer Studie den Stellenwert mangelnder Resilienz, die zum einen die erlebte Unterstützung durch den Partner als auch die erlebte Belastung durch das Kind moderieren könnte (e10).

Risikofaktoren für die Entstehung peripartaler Depressionen geordnet nach Effektstärke (mindestens mittlere Effektstärke r ≥ 0,3 gemäß Meta-Analysen)
Risikofaktoren für die Entstehung peripartaler Depressionen geordnet nach Effektstärke (mindestens mittlere Effektstärke r ≥ 0,3 gemäß Meta-Analysen)
Tabelle
Risikofaktoren für die Entstehung peripartaler Depressionen geordnet nach Effektstärke (mindestens mittlere Effektstärke r ≥ 0,3 gemäß Meta-Analysen)

Bloch et al. fanden darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen postpartaler Depression und hormoninduzierten Stimmungsauffälligkeiten, wie prämenstrueller dysphorischer Störung (PMDS) oder Stimmungsveränderungen unter oralen Kontrazeptiva (e11). Die Autoren nehmen bei einer Subgruppe postpartal depressiver Frauen eine erhöhte Vulnerabilität gegenüber hormonellen Veränderungen insbesondere Östrogen und Progesteron an. Eine aktuelle Studie von Skrundz et al. zeigte darüber hinaus eine Korrelation zwischen geringer Plasma-Oxytocinkonzentration im zweiten Trimenon und Verdacht auf eine postpartale Depression gemäß EPDS-Skala (Edinburgh Postnatal Depression Scale) zwei Wochen nach Entbindung (e12).

Die Studienlage zu Risikofaktoren für eine depressive Erkrankung in der Schwangerschaft ist noch verhältnismäßig jung, unterscheidet sich bislang aber kaum von den bekannten Risikofaktoren für eine postpartale Depression. In der Übersichtsarbeit von Lancaster et al. fanden sich acht Risikofaktoren mit mittlerer bis großer Effektstärke zumindest in der bivariaten Betrachtung (Tabelle) (14). Belastungen durch alltäglichen Stress, sozioökonomischer Status, Arbeitslosigkeit, illegaler Substanzmissbrauch und anamnestische geburtshilfliche Faktoren blieben ohne Effekt.

Psychosoziale und psychotherapeutische Prävention

Dennis und Creedy beurteilten in ihrem Review die langfristigen Effekte psychologischer beziehungsweise psychosozialer Präventionsmaßnahmen als wenig vielversprechend (15): Frauen der Kontroll- wie Interventionsgruppe hätten das gleiche Risiko (RR = 0,81) an einer postpartalen Depression zu erkranken. Eine Risikoreduktion fanden sie bei Müttern, die nach der Entbindung intensive Unterstützung durch Hebammen bekamen (RR = 0,68). Generell waren Interventionen effektiver, die bei Hochrisikofrauen ansetzten (RR = 0,67), postpartal starteten (RR = 0,76) und individuell durchgeführt wurden (RR = 0,76).

Milgrom et al. konzipierten ein neun Kapitel umfassendes Arbeitsbuch, das von Müttern wie Vätern ab etwa der 26. SSW bis sechs Wochen postpartum im Heimstudium sowie in einem wöchentlich stattfindenden Telefontermin mit einem Psychologen bearbeitet werden kann (16). Der Fokus liegt auf Reduktion von Risikofaktoren, Steigerung der elterlichen Kompetenz und Problemlösefähigkeiten sowie Bahnung von Behandlungswegen bei bestehender Symptomatik. Erste RCT-Ergebnisse zeigen signifikant geringere Depressions- und Ängstlichkeitswerte in der Interventionsgruppe mit mittleren Effektstärken.

Therapie der peripartalen Depression

Die antidepressive Therapie basiert auch in der Peripartalzeit auf Psychoedukation, Einbindung von Angehörigen, Psychopharmakotherapie und Psychotherapie. Erwartungsgemäß geben schwangere Frauen und Mütter mit Stillwunsch psychotherapeutischen Interventionen den Vorzug (e13, e14).

Trotz der hohen Dringlichkeit an Studien über die Effekte psychotherapeutischer wie psychosozialer Interventionen im Präpartalzeitraum fand sich bis 2007 nur eine Studie, die den Anforderungen eines Cochrane-Reviews genügte (17): Hier zeigte sich bei einer allerdings kleinen Stichprobe von 38 Patientinnen eine Risikoreduktion (RR = 0,46) nach interpersoneller Psychotherapie (IPT).

Für den postpartalen Zeitraum fanden sich signifikante Effekte im Vergleich zur normalen Nachsorge für alle evaluierten psychotherapeutischen wie psychosozialen Interventionen, wie Peer Support, supportive Therapie, kognitive Verhaltenstherapie, interpersonelle Therapie und psychodynamische Therapie – zumindest innerhalb des ersten Jahres postpartum (18). Die Interpersonelle Psychotherapie (IPT), in ihrer für die postpartale Depression adaptierten Form (e15), konzentriert sich beispielsweise auf den Rollenwechsel, auf die mit der Mutterrolle verbundenen Anforderungen und Erwartungen sowie auf interpersonelle, familiäre Konflikte und Auseinandersetzungen. Allerdings sind nach Entbindung aufsuchende Interventionen beziehungsweise Telefon- wie internetbasierte Hilfen bei weitem praktikabler – auch aufgrund zeitlicher Flexibilität, Schutzes der Privatsphäre, geringerem Stigma, Aufhebung sozioökonomischer Schranken und ortsunabhängiger Verfügbarkeit (18, 19).

Generell sollte eine anhaltende Trennung von Mutter und Kind vermieden werden. Einige psychiatrische Kliniken bieten für notwendige stationäre Aufenthalte spezielle Mutter-Kind-Einheiten, allerdings ist der Bedarf wohl nur zu einem Fünftel gedeckt (e16). Ein effektives stationäres sechswöchiges Therapieprogramm für die Behandlung erkrankter Mütter und ihrer Kinder bis zum zweiten Lebensjahr, das verschiedenste therapeutische Verfahren integriert und zudem die interaktionale Unterstützung der Mutter-Kind-Beziehung beinhaltet, wurde von Hornstein et al. konzipiert (e17). Eine Evaluation des Langzeitverlaufs steht noch aus.

Zur weiteren, niederschwelligen Unterstützung der Mutter-Kind-Interaktion ist – in Abhängigkeit von der Erkrankungsschwere – an eine Vernetzung im Eltern-Kind-Bereich zu denken, beispielsweise über Babymassage oder sogenannte PEKiP-Angebote, die Spiel-, Bewegungs- und Sinnesanregungen im Gruppensetting vermitteln (e18). Zudem ist immer an eine Entlastung der Mutter durch eine (über die Krankenkasse finanzierbare) Haushaltshilfe/Kinderbetreuung zu denken.

Pharmakotherapie in Schwangerschaft wie Stillzeit

Trotz der fehlenden randomisierten Studien zur Psychopharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit sowie der methodologischen Limitationen vorhandener Studien gibt es vor allem für die älteren trizyklischen Antidepressiva (TCA) und die häufig eingesetzten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin und Citalopram eine ausreichende Datengrundlage für eine differenzierte Beurteilung (Kasten) (20, e19). Alle Substanzen sind plazenta-gängig beziehungsweise in der Muttermilch nachweisbar und können beim Neugeborenen zu zentralnervösen, gastrointestinalen und respiratorischen Anpassungsstörungen führen (e20). Für die Schwangerschaft gilt, dass der Embryo besonders im ersten Trimenon empfindlich für toxische Einflüsse ist. Vorzuziehen sind generell Substanzen mit geringem Metabolismus, höherer Eiweißbindungskapazität und geringerem Interaktionspotenzial (21).

Antidepressive Psychopharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit
Antidepressive Psychopharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit
Kasten
Antidepressive Psychopharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit

Aktualisierte Behandlungsempfehlungen finden sich unter www.embryotox.de, einem Angebot des Pharmakovigilanzzentrums für Embryonaltoxikologie der Charité in Kooperation mit der Abteilung für Gynäkologische Psychosomatik der Universitätsklinik Bonn. Persönliche Beratung ist ebenfalls beim Institut für Reproduktionstoxikologie in Ravensburg unter www.reprotox.de erhältlich. Ein umfassendes pharmakologisches Nachschlagewerk inklusive Kasuistiken bietet „Psychopharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit“ von Rohde und Schaefer (e21).

Generell ist bei Neuverordnung von Psychopharmaka eine Monotherapie unter möglichst niedriger Dosis anzustreben. Vorausgehen muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung, bei der auch der Stillwunsch der Mutter ausreichenden Respekt erfährt. Die Hauptlast der Entscheidung darf auf keinem Fall bei der allein durch die Erkrankung oft schon in ihrem Urteilsvermögen beeinträchtigten Mutter liegen. Abstillen könnte vor allem beim Einsatz mehrerer Substanzen und hoher Dosierungen nötig werden.

Sonstige Präventions- und Therapieformen

In der Übersichtsarbeit von Chabrol und Callahan (23) zeigten sich keine signifikanten präventiven Effekte durch den Einsatz von Progestogen, Omega-3-Fettsäuren oder Thyroxin in der Schwangerschaft. Allerdings fand sich in einer Studie ein präventiver Effekt durch eine tägliche Kalziumgabe. Für eine effektive Behandlung präpartaler Depression durch Massage oder Akupunktur gibt es derzeit keine Evidenz (e23).

Auch für die Postpartalzeit gab es keine signifikanten Effekte einer Östrogen- sowie Thyroxintherapie oder für den Einsatz von Omega-3-Fettsäuren (23). Erste Erfolge in allerdings kleinen Studienpopulationen wurden für die Lichttherapie berichtet (21, e24).

Screening – oder wie kommt die Therapie zur Patientin?

Obgleich Schwangerschaft und frühe Mutterschaft durch regelmäßige Kontakte zum medizinischen Versorgungssystem gekennzeichnet sind (24), erhalten nur 18 % der psychisch kranken Schwangeren eine psychiatrische Diagnose (e25). Bei Johanson et al. (e26) wurden 12 % der depressiven Schwangeren und 26 % der jungen Mütter korrekt identifiziert. Marcus et al. (e27) fanden bei 20 % der Schwangeren in gynäkologischer Praxis eine depressive Symptomatik, nur 13,8 % von ihnen waren in Behandlung.

Gynäkologen wie Pädiater sind gemäß einer internetbasierten Fortbildung im Erkennen von Depressionen nur unzureichend ausgebildet (e28) und werden von Schwangeren und jungen Müttern auch nicht als adäquate Ansprechpartner für psychische Probleme wahrgenommen (e29). Um diesem Missstand zu begegnen wird in den USA wie in Australien ein Routinescreening mittels der Edinburgh Postnatal Depression Scale, einem zehn Fragen umfassenden Selbstauskunftbogen, bei schwangeren Frauen durchgeführt. Eine deutschsprachige Version der EPDS mit Informationen zu den Gütekriterien ist unter www.marce-gesellschaft.de/mcg/materialien.html (e30) zu finden. In Großbritannien wird ganz im Einklang mit den generellen Empfehlungen der S3-Leitlinie für Unipolare Depression (25) die Anwendung der beiden Whooley-Fragen (e31) beim ersten ärztlichen Kontakt präpartal sowie postpartal nach vier bis sechs Wochen empfohlen (e32):

  • „Fühlten Sie sich im letzten Monat häufiger niedergeschlagen, traurig, bedrückt oder hoffnungslos?“
  • „Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?“

Werden beide Fragen mit „Ja“ beantwortet, ist eine klinische Erfassung der formalen Diagnosekriterien erforderlich (25).

Es wäre zu wünschen, dass sich jeder Gynäkologe im Rahmen der Voruntersuchungen Zeit nimmt, sich nach dem psychischen Befinden der Schwangeren zu erkundigen oder zumindest einen Selbst-Screeningfragebogen aushändigt, um dann bei Bedarf und Verdacht an den Hausarzt beziehungsweise einen nervenärztlich tätigen Kollegen zu verweisen. Kurzfristigere Termine sind meist in den Institutsambulanzen psychiatrischer Kliniken zu bekommen, die in der Regel auch psychotherapeutische Hilfen vorhalten. Eine niederschwellige und meist rasche psychosoziale Unterstützung betroffener Frauen ist mit den vielfältigen Angeboten an Schwangerenberatungsstellen bis zum dritten Lebensjahr des Kindes problemlos möglich. Oftmals können auch die Vertreter der lokalen Bündnisse gegen Depression (www.buendnis-depression.de) weiterhelfen. Weiterführende Informationen können die Betroffenen auf der Homepage der Selbsthilfegruppe Schatten und Licht e.V. erhalten (www.schatten-und-licht.de).

Interessenkonflikt

Dr. Hübner-Liebermann erklärt, dass kein Interessenskonflikt besteht.

Dr. Hausner erhielt Erstattung für Teilnahmegebühren für einen Kongress oder Fortbildungsveranstaltungen von Astra Zeneca, Servier, Janssen-Cilag, GlaxoSmithKline und Pfizer.

Dr. Wittmann erhielt Honorare für Beratertätigkeiten von Bristol Myers Squibb. Er bekam Erstattungen für Teilnahmegebühren von Kongressen, Übernachtungskosten und Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen von AstraZeneca, Servier, Wyeth, Lilly, Janssen-Cilag, GlaxoSmithKline, Pfizer, EISEI und Lundbeck. Für die Durchführung von klinischen Auftragsstudien erhielt er Honorare von Servier.

Manuskriptdaten
eingereicht: 20. 5. 2011, revidierte Fassung angenommen: 19. 3. 2012

Anschrift für die Verfasser
Dr. rer. medic. Bettina Hübner-Liebermann
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der
Universität Regensburg am Bezirksklinikum Regensburg
93053 Regensburg
bettina.huebner-liebermann@medbo.de

Zitierweise
Hübner-Liebermann B, Hausner H, Wittmann M: Recognizing and treating peripartum depression. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(24): 419–24. DOI: 10.3238/arztebl.2012.0419

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit2412

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität am Bezirksklinikum Regensburg:
Dr. rer. medic. Hübner-Liebermann
Psychiatrisches Zentrum Cham der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz: Dr. med. Hausner
Bezirksklinikum Mainkofen, Deggendorf: Dr. med. Wittmann
Diagnosealgorithmus für unipolare Depression gemäß S3-Leitlinie
Diagnosealgorithmus für unipolare Depression gemäß S3-Leitlinie
Grafik
Diagnosealgorithmus für unipolare Depression gemäß S3-Leitlinie
Antidepressive Psychopharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit
Antidepressive Psychopharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit
Kasten
Antidepressive Psychopharmakotherapie in Schwangerschaft und Stillzeit
Risikofaktoren für die Entstehung peripartaler Depressionen geordnet nach Effektstärke (mindestens mittlere Effektstärke r ≥ 0,3 gemäß Meta-Analysen)
Risikofaktoren für die Entstehung peripartaler Depressionen geordnet nach Effektstärke (mindestens mittlere Effektstärke r ≥ 0,3 gemäß Meta-Analysen)
Tabelle
Risikofaktoren für die Entstehung peripartaler Depressionen geordnet nach Effektstärke (mindestens mittlere Effektstärke r ≥ 0,3 gemäß Meta-Analysen)
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Avatar #103574
mkohlhaas
am Freitag, 22. Juni 2012, 21:50

Unerträglich

Man kann auch wirklich alles pathologisieren.
Natürlich verändert sich etwas im Leben wenn man ein Kind bekommt. Das Ungewisse kann dann natürlich auch aufs Gemüt schlagen. Das ist aber ein ganz normaler Vorgang.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Mütter, diesen Unsinn nicht glauben auch noch Medikamente nehmen und Ihre Kinder schädigen, zumal Untersuchungen gezeigt haben, dass die Effektstärke von Antidepressiva, Psychotherapie und Gespräche mit Freunden gleich ist.


Avatar #653153
Regina Rasenack
am Mittwoch, 20. Juni 2012, 15:32

Peripartale Depressionen erkennen und behandeln

Schade, daß bei den Risikofaktoren für Postpartale Depression das Abstillen fehlt. Es gehört zu den nachweisbar statisisch signifikanten Gesundheitsvorteilen für Mütter das Kind zu stillen wie in der großen Metaanalyse von Ip et al. (Ip S, Chung M, Raman G et al. Breastfeeding and maternal and infant health outcomes in developed countries. Evid Rep Technol Assess (Full Rep) 2007: 1-186) überzeugend nachgewiesen.
Hinweisen muß man auch auf die Schwierigkeit eine Frau in Deutschland stationär zu behandeln ohne Trennung vom Kind. Die wenigen Therapie-Betten die zur Verfügung stehen sind weit weg vom Wohnort der Familie und meistens langfristig belegt, sodaß es an ein Wunder grenzt eine Frau zeitnah stationär unterzubringen.
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