PHARMA

Kurz informiert

Dtsch Arztebl 2012; 109(24): A-1252 / B-1076

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Cave: Rückruf aller Chargen Anapen® (Adrenalin-Autoinjektor) wegen möglicher Nichtabgabe von Adrenalin – Lincoln Medical Limited ruft alle noch haltbaren Chargen der Fertigspritze

  • Anapen® 300 μg Adrenalin in 0,3 ml Injektionslösung sowie
  • Anapen® Junior 150 μg Adrenalin in 0,3 ml Injektionslösung

als Vorsichtsmaßnahme bis auf Patientenebene zurück. Das mögliche Risiko besteht in einer eventuellen Nichtabgabe von Adrenalinlösung bei der Anwendung im anaphylaktischen Notfall. Bisher gibt es diesbezüglich keine bestätigenden Meldungen von Patienten oder Fachpersonal.

Lincoln Medical Limited bittet die Ärzteschaft, alle Patienten, die im Besitz eines noch haltbaren Anapen-Autoinjektors sind, auf das mögliche Risiko einer Fehlabgabe hinzuweisen und umgehend einen Wechsel auf ein alternatives Arzneimittel vorzunehmen. Die Patienten sollten Anapen nur so lange mit sich führen, bis ihr Arzt ihnen ein alternatives Arzneimittel verschrieben hat und sie das alternative Arzneimittel von der Apotheke erhalten haben.

Anzeige

Für medizinische Rückfragen zum Produkt Anapen oder an den Zulassungsinhaber Lincoln Medical Limited, wenden Sie sich bitte an an Dr. Beckmann Pharma unter der Telefonnummer: 040-8972526-0 oder unter der Faxnummer: 040-8972526-1.

Schwere Hypersensitivitätsreaktionen unter Adenuric® (Febuxostat) – Febuxostat ist zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen mit chronischer Hyperurikämie bei Erkrankungen, die bereits zu Uratablagerungen geführt haben. Berlin-Chemie informiert in einem Rote-Hand-Brief über schwere Hypersensitivitätsreaktionen unter Febuxostat, darunter auch Stevens-Johnson-Syndrom und akute anaphylaktische Reaktion beziehungsweise Schock. Diese Reaktionen sind meist während des ersten Monats der Therapie aufgetreten.

Patienten, die mit Febuxostat behandelt werden, sollten über die Anzeichen und Symptome von schweren Hypersensitivitätsreaktionen aufgeklärt werden; bei deren Auftreten sollte die Therapie sofort beendet werden. Wenn unter Febuxostat Hypersensitivitätsreaktionen aufgetreten sind, darf eine Behandlung mit diesem Wirkstoff zu keinem Zeitpunkt wieder aufgenommen werden.

Information des BfArM zu Carboplatin-haltigen Arzneimitteln – Im April hatten die Medac GmbH und die Onkovis GmbH in Rote-Hand-Briefen auf die mögliche Bildung von unlöslichen, kristallinen Partikeln in Carboplatin-haltigen Infusionslösungen hingewiesen. Untersuchungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) haben ergeben, dass es sich bei den Partikeln um Auskristallisationen des Wirkstoffs handelt. Der Wirkstoffgehalt liegt trotz der Ausfällungen innerhalb der Produktspezifikationen, jedoch können zumindest mittel- und langfristige Risiken nicht ausgeschlossen werden. Deshalb hat das BfArM alle Hersteller Carboplatin-haltiger Arzneimittel aufgefordert, anhand von Rückstellmustern umfassend auf sichtbare Partikel- beziehungsweise Kristallbildung zu prüfen: Chargen mit sichtbaren Partikeln oder reflektierenden Kristallen wurden sofort zurückgerufen.

Das BfArM empfiehlt, die bisher schon überwiegend eingesetzten Filterungen sowohl bei der Herstellung der anwendungsfertigen Infusionslösung als auch bei der Verabreichung durchzuführen und gibt Hinweise zum Verhalten bei möglicherweise auftretenden Versorgungsengpässen.

Neu zugelassen: Meningokokken-Konjugatimpfstoff gegen Serogruppen A, C, W-135 und Y – Mit der Zulassung von NimenrixTM durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA steht ein neuer Meningokokken-Konjugatimpfstoff zur Verfügung, der Kleinkinder, Kinder und Erwachsene vor den vier Meningokokken-Serogruppen A, C, W-135 und Y schützen kann. Nimenrix (Glaxosmithkline) ist der erste 4-valente Meningokokken-Konjugatimpfstoff, mit dem bereits Kinder ab dem vollendeten zwölften Lebensmonat geimpft werden können.

Nimenrix wird als einmalige Impfdosis verabreicht und kann auch Personen appliziert werden, die zuvor schon einmal einen Meningokokken-Polysaccharidimpfstoff erhalten haben.

Unkritische Anwendung von Fentanylpflastern – Fentanylpflaster sind in Deutschland zum stark wirksamen Opioid der ersten Wahl geworden. Bei Verordnung und Umgang werden jedoch Empfehlungen für eine sichere Anwendung nicht immer beachtet: So werden Fentanylpflaster häufig bei opioidnaiven Patienten eingesetzt, und durch die Verordnung von zu hohen Dosierungen bei Therapiebeginn können vor allem ältere und multimorbide Patienten gefährdet werden. Trotz Kontraindikation werden Fentanylpflaster auch bei akuten Schmerzen verordnet, und nur bei einem Viertel der Patienten liegen Erkrankungen vor, die zum Beispiel wegen Schluckstörungen eine transdermale Schmerzmittelgabe erforderlich machen. Dies zeigt eine Untersuchung von Kran­ken­ver­siche­rungsdaten aus den Jahren 2004 bis 2006 (Pharmacoepidemiol Drug Saf 2012; 21: 191–8).

Morbus Cushing – Mit Signifor® (Pasireotid) des Pharmakonzerns Novartis ist in Europa das erste Somatostatin-Analogon zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Cushing-Syndrom zugelassen, bei denen eine Operation (Resektion des Hypophysenadenoms) nicht indiziert ist. Bereits im Januar hatte sich die Europäische Arzneimittelbehörde positiv geäußert. Denn in der Zulassungsstudie senkte Signifor das Cortisol im Urin auf ein Normalmaß. Außerdem wirkte das Präparat positiv auf Blutdruck, Gesamtcholesterin und Body-mass-Index. Die Patienten hatten zweimal täglich eine subkutane Injektion mit 600 beziehungsweise 900 Mikrogramm Signifor erhalten. Allerdings sank der Cortisolwert nur bei der höheren Dosis auf das geforderte Maß. Signifor ist als Orphan Drug zugelassen worden. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema