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Wir bedanken uns für die anregenden Leserbriefe, die wir als Ausdruck der Bedeutung des Themas und ungeklärter Fragen verstehen.

Herr Dr. Buchheim vermisst im Kasten 5 den Hinweis auf eine Histaminintoleranz als Ursache einer Diarrhö und verweist auf den Artikel von Maintz et al. (1). Uns ging es um Hauptsymptome und somit der Empfehlung, dass eine spezielle Diagnostik in Abhängigkeit davon erfolgen sollte. Im Artikel von Maintz et al. wird Diarrhö als eines von vielen anderen Symptomen ohne Angabe der Häufigkeit aufgeführt. Weiter heißt es dort: „Die Diagnose einer Histaminintoleranz wird bei Vorliegen von mindestens zwei typischen Symptomen … gestellt“. Somit unterscheidet sich das Vorgehen beim Leitsymptom Diarrhö und den typischerweise in unterschiedlichen Organsystemen auftretenden Symptomen bei Histaminintoleranz.

Herr Dr. Lache sieht die Erwähnung der Therapie mit Rifaximin kritisch. Unsere vorsichtige Beurteilung drückt sich in der Formulierung aus „… ein anderer therapeutischer Ansatz ist die Behandlung … mit Rifaximin“. Immerhin gibt es eine kontrollierte, hochrangig publizierte Studie an einer großen Fallzahl (2) und damit eine Evidenz, wie sie für viele verwendete Therapien nicht vorliegt. Korrigieren dürfen wir die Angabe für den therapeutischen Erfolg, der nicht bei 10 %, sondern bei 40,8 % lag.

Wir haben mehrfach auf Plantago hingewiesen (siehe unsere Referenzangabe e 25 und e-Tabelle 2) und nur an einer Stelle Weizenkleie im Zusammenhang mit Obstipation erwähnt.

Pfefferminzöl ist wirksam, hat jedoch bekannte Nebenwirkungen (Brennen in Speiseröhre und Anus), die seine Anwendung einschränken (3).

Herr Dr. Rosler kritisiert fehlende Empfehlungen zu einer „adäquaten und sinnvollen Stuhldiagnostik“ für den Nachweis von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien. Wir gestehen, dass uns wissenschaftlich belegte Untersuchungen hierzu unbekannt sind.

Bezüglich der Anmerkungen zur Histaminintoleranz dürfen wir auf die Antwort an Dr. Buchheim verweisen.

Neben diesen Briefen an den Verlag haben uns noch zahlreiche persönliche Rückmeldungen erreicht, die auf eine oder mehrere „umstrittene“ Fragen abzielten. Unser Beitrag sollte sich, soweit möglich, an der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz orientieren. Unzweifelhaft aber ist diese immer noch beschränkt, und es wird noch vieler Anstrengungen bedürfen, um die Fragen aus der klinischen Praxis befriedigend zu beantworten.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0448

Prof. Dr. med. Wolfgang Kruis

Innere Abteilung Evangelisches Krankenhaus Kalk, Köln

wolfgang.kruis@googlemail.com

Interessenkonflikt
Prof. Kruis übt Beratertätigkeiten für Ardeypharm und Shire aus. Er erhielt Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen von Ardeypharm und Shire. Von beiden Firmen erhielt er sowohl Honorare für die Durchführung von klinischen Auftragsstudien als auch Gelder für ein vom ihm initiiertes Forschungsvorhaben.

1.
Maintz L, Bieber WT; Novak N: Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz. Dtsch Arztebl 2006; 103(51–52): A 3477–83. VOLLTEXT
2.
Pimentel M, Lembo A, Chey WD, et al. for the TARGET Study Group: Rifaximin therapy for patients with irritable bowel syndrome without constipation. N Engl J Med 2011; 364: 22–32. CrossRef MEDLINE
3.
Wu JC: Complementary and alternative medicine modalities for the treatment of irritable bowel syndrome: facts or myths? Gastroenterol Hepatol 2010; 6: 705–11. MEDLINE
4.
Häuser W, Layer P, Henningsen P, Kruis W: Functional bowel disorders in adults. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(5): 83–94. VOLLTEXT
1.Maintz L, Bieber WT; Novak N: Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz. Dtsch Arztebl 2006; 103(51–52): A 3477–83. VOLLTEXT
2.Pimentel M, Lembo A, Chey WD, et al. for the TARGET Study Group: Rifaximin therapy for patients with irritable bowel syndrome without constipation. N Engl J Med 2011; 364: 22–32. CrossRef MEDLINE
3. Wu JC: Complementary and alternative medicine modalities for the treatment of irritable bowel syndrome: facts or myths? Gastroenterol Hepatol 2010; 6: 705–11. MEDLINE
4.Häuser W, Layer P, Henningsen P, Kruis W: Functional bowel disorders in adults. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(5): 83–94. VOLLTEXT

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