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Bei der „selektiven Literaturrecherche“ wurden keine Suchkriterien genannt (Keywords, Datenbanken). Die Listung beruht auf aktuellen Empfehlungen internationaler Fachgesellschaften (1). Höhenkopfschmerz ist nicht „Migräne-ähnlich“ sondern dumpf-diffus. Das grundsätzliche Abraten von einer Höhe > 2 000 m bei verschiedenen Erkrankungen ist zu undifferenziert. Entscheidend ist die aktuelle Funktion, zum Beispiel beim Myokardinfarkt (Größe, Lokalisation, Auswirkungen [Ejektionsfraktion], Komplikationen, Ein-/Mehrgefäßerkrankung, Stent/ACVB, frühere Akutrekanalisation, Reststenosen). Ohne diese Angaben ist eine Einzelfallbeurteilung nicht möglich. Offen bleiben auch alpinmedizinische Fragen (Bergsporterfahrung, Bewegungsökonomie).

Mit einem ICD, der stabile Verhältnisse zeigt, besteht grundsätzlich Höhentauglichkeit. Wichtiger ist die Frage nach der Indikation (Grundkrankheit). Gleiches gilt für Thrombose oder Embolie: Bei stabiler Einstellung und Flüssigkeitsbilanz besteht Höhentauglichkeit.

Für kardiopulmonal Erkrankte fehlt der Hinweis auf die O2-Diffusionsstörung bei interstitiellen Lungenkrankheiten.

Bei Älteren und Adipösen muss nach Schnarchen gefragt werden (Schlafapnoe-Screening).

Eine der zitierten Studien weist methodische Schwächen auf (2). Ein Koautor berichtet, dass der Nachweis der Präakklimatisation nicht gelungen ist, weil die Daten gestreut haben, da man aufgrund äußerer Umstände vom Studienprotokoll abgewichen ist. Es besteht kein Konsens hinsichtlich des Protokolls zur Vorakklimatisation in isobarer Hypoxie, jedoch kein Zweifel, dass dies möglich ist.

Mit 2 × 125 mg/d Acetazolamid treten weniger unerwünschte Wirkungen bei vergleichbaren Effekt auf (3). Tadalafil wird empfohlen, obwohl bisher die Datenlage lückenhaft ist und erhebliche Nebenwirkungen in der Höhe bekannt sind.

Den Autoren kann nicht laut genug zugestimmt werden, dass Nifedipin und Dexamethason in den Rucksack eines Bergführers gehören. Wir würden dies für jeden Bergsteiger fordern.

Zusammengefasst sollen diese kritische Anmerkungen einige Schwächen dieses Beitrags aufzeigen und die Nutzung für CME sollte kritisch erfolgen.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0445b

PD Dr. med. Thomas Küpper

Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der RWTH Aachen

tkuepper@ukaachen.de

Medizinische Kommission der Union Internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA MedCom), Bern/Schweiz

Dr. med. U. Gieseler

Medizinische Kommission der Union Internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA MedCom), Bern/Schweiz

Abteilung für Innere Medizin, Diakonissenkrankenhaus Speyer

Prof. Dr. med. Herbert Löllgen

Praxis für Innere Medizin, Kardiologie, Remscheid

Interessenkonflikt

Prof. Löllgen erhielt Honorare für Beratertätigkeit von Actavis und ESA.
PD Küpper und Dr. Gieseler erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Luks AM, McIntosh SE, Grissom CK, Auerbach PS, Rodway GW, Schoene RB, et al.: Wilderness Medical Society consensus guidelines for the prevention and treatment of acute altitude illness. Wilderness Environ Med 2010; 21: 146–55. CrossRef MEDLINE
2.
Schommer K, Wiesegart N, Menold E, Haas U, Lahr K, Buhl H, et al.: Training in normobaric hypoxia and its effects on acute mountain sickness after rapid ascent to 4559m. High Alt Med Biol 2010; 11: 19–25. CrossRef MEDLINE
3.
Basnyat B, Gertsch JH, Holck PS, Johnson EW, Luks AM, Donham BP, et al.: Acetazolamide 125 mg BD is not significantly different from 375 mg BD in the prevention of acute mountain sickness: the prophylactic acetazolamide dosage comparison for efficacy (PACE) trial. High Alt Med Biol 2006; 7: 17–27. CrossRef MEDLINE
4.
Schommer K, Bärtsch P: Basic medical advice for travelers to high altitudes. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(49): 839–48. VOLLTEXT
1. Luks AM, McIntosh SE, Grissom CK, Auerbach PS, Rodway GW, Schoene RB, et al.: Wilderness Medical Society consensus guidelines for the prevention and treatment of acute altitude illness. Wilderness Environ Med 2010; 21: 146–55. CrossRef MEDLINE
2. Schommer K, Wiesegart N, Menold E, Haas U, Lahr K, Buhl H, et al.: Training in normobaric hypoxia and its effects on acute mountain sickness after rapid ascent to 4559m. High Alt Med Biol 2010; 11: 19–25. CrossRef MEDLINE
3. Basnyat B, Gertsch JH, Holck PS, Johnson EW, Luks AM, Donham BP, et al.: Acetazolamide 125 mg BD is not significantly different from 375 mg BD in the prevention of acute mountain sickness: the prophylactic acetazolamide dosage comparison for efficacy (PACE) trial. High Alt Med Biol 2006; 7: 17–27. CrossRef MEDLINE
4. Schommer K, Bärtsch P: Basic medical advice for travelers to high altitudes. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(49): 839–48. VOLLTEXT

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