ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2012Pflegeheime: Es ist bereits zu spät!
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Leider muss man befürchten, dass trotz der positiven Stimmung der Kollegin auch das Lingener Modell an den wirtschaftlichen Realitäten scheitern wird. Zwar liegt die Besuchsärztin Frau Alex voll im Trend der künftigen Ärztegeneration (weiblich, angestellt in Teilzeit mit 16 Stunden/Woche), aber sie ist mit diesem minimalen Zeitkontingent für sieben Heime mit 430 Patienten zuständig. Auch diese ärztliche Lösung des Versorgungsproblems ist nur im Konjunktiv „ausbaufähig“, wenn das Geld der Leistung folgen und das Morbiditätsrisiko an die Krankenkassen gehen würde . . . Die gesetzlichen Krankenversicherer wollen und müssen trotz Milliardenrücklagen die immer qualifiziertere Versorgung im ambulanten Bereich nicht bezahlen und strapazieren das Mantra der „Wirtschaftlichkeitsreserven“ in allen Bereichen – außer dem eigenen . . .

Die unentgeltliche Leistungsausweitung (vulgo: Anpassung) des „Sicherstellungsauftrages“ funktioniert nur in Verbindung mit dem „Sachleistungsprinzip“ . . .

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Ich fürchte, es ist bereits zu spät. Wir können nicht mehr davon ausgehen, unsere Praxen – reinen Herzens – an sympathische, motivierte und akademisch hochqualifizierte junge Kollegen abzugeben, um die weitere Basisversorgung der bundesdeutschen Bevölkerung als „Kassenarzt“ zu sichern.

Dr. med. Jens Barelmann, 48529 Nordhorn

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