ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2012Pflegeheime: Heimbesuche müssen besser bezahlt werden
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Dass es in Zukunft zu Engpässen bei der Versorgung mit Haus- und Heimbesuchen kommen kann, liegt sicherlich vor allem an der jahrelangen fachlichen und finanziellen Geringschätzung dieser Tätigkeit im Bereich der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung. Der gesamte Aufwand bei der immer älteren und multimorbideren Klientel ist durch die derzeitige Bezahlung von circa 20 Euro pro Besuch in keinster Weise abgebildet. Dabei ist gerade der Haus- und Heimbesuch im Rahmen der demografischen Entwicklung die Medizin der Zukunft. Der Besuch sollte auch weiterhin wegen der besseren Qualifikation und Urteilsfähigkeit durch den Arzt erfolgen. Bei einer wirklichen Hausarztpraxis gehören Hausbesuchszeiten selbstverständlich mit dazu, sie sollten jedoch ein Einkommen gewährleisten, das den Aufwand rechtfertigt und wenigstens an Handwerker- oder Steuerberaterlöhne heranreicht. Wir brauchen doch keine Strukturreformen oder spezielle Besuchsärzte, welche allenfalls jahre- bis jahrzehntelangen Arzt-Patient-Beziehungen in die Quere kommen, sondern lediglich angemessenes Geld für diejenigen, die die Leistung seit Jahr und Tag erbringen. Ich empfinde es geradezu als Hohn, wenn ich etwa bei Anwesenheit eines Besuchsarztes meinen alten Patienten trotzdem auch noch besuchen „darf“ . . .

Dr. med. Hanns Dubischar, 88212 Ravensburg

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