ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2012Point-of-Care-Diagnostik: Hepatitis-C-Analysen

TECHNIK

Point-of-Care-Diagnostik: Hepatitis-C-Analysen

Dtsch Arztebl 2012; 109(25): A-1334 / B-1154 / C-1134

EB

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Die Kartusche ermöglicht eine einfache Probenentnahme (Blut) an jedem beliebigen Ort. Spritzen, Kanülen und mühevolle Pipettierarbeiten sind überflüssig. Foto: Fraunhofer ISIT/Pocdia
Die Kartusche ermöglicht eine einfache Probenentnahme (Blut) an jedem beliebigen Ort. Spritzen, Kanülen und mühevolle Pipettierarbeiten sind überflüssig. Foto: Fraunhofer ISIT/Pocdia

Ein mobiles Point-of-Care-Diagnostiksystem für Hepatitis C, mit dem sich schnell und kostengünstig Diagnosen durchführen lassen, haben das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie und die Pocdia GmbH entwickelt. Neben einer hohen Empfindlichkeit zeichnet sich das Analysesystem auch dadurch aus, dass durch eine weitgehende Automatisierung der Arbeitsschritte die Ergebnisse gut reproduzierbar sind.

Ein besonderes Augenmerk haben die Entwickler auf die möglichst anwenderfreundliche Proben-entnahme und deren automatisierte Weiterverarbeitung gelegt. Der Patient muss lediglich seinen mit einer Lanzette punktierten Finger an die Testkartusche halten, die dabei etwa zwei Mikroliter Vollblut aufsaugt; mehr Blut bedarf es nicht. Die Kartusche wird verschlossen, in das Gerät gesteckt und der Test gestartet. Die Messung dauert weniger als 15 Minuten. Aufwendige Probenentnahmen mit Spritzen und Kanülen und Pipettierarbeiten sind somit überflüssig.

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Das System beruht auf molekularbiologisch hergestellten optimierten Biokomponenten, kombiniert mit elektrischen Biosensoren. Auf den Biochips aufgebrachte Hepatitis-C-Virus-Antigene binden während der Diagnose Antikörper aus einer Blutprobe des Patienten. Die Antikörper werden durch das System markiert, so dass ein elektrischer Strom an den jeweiligen Chip-Positionen anzeigt, ob und wie viele Antikörper gebunden haben. Antikörper sind ein Hinweis auf eine Hepatitis-C-Infektion. Die Stärke des elektrischen Stroms lässt eine grobe Quantifizierung zu. Durch Kontrollpositionen auf den Siliziumchips können durch anschließende Normierung verlässliche Ergebnisse erzielt werden. Im Vergleich mit Standard-Mikrotiterplatten-Tests schneidet das System gut ab. Negativ- und Positivproben wurden mit 100 Prozent Richtigkeit erkannt, schwach positive Proben immerhin noch mit einer Richtigkeit von 93 Prozent. EB

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