ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2012Kulturkalender: Dialog von Sicht- und Sagbarem

KULTUR

Kulturkalender: Dialog von Sicht- und Sagbarem

Dtsch Arztebl 2012; 109(25): A-1330 / B-1152 / C-1132

Schuchart, Sabine

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© The Estate of Diane Arbus
© The Estate of Diane Arbus

Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

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22. Juni bis 23. September:

Diane Arbus

Die US-Amerikanerin Diane Arbus (1923–1971) revolutionierte die Fotografie. Neben Prominenten und Durchschnittsmenschen, die sie in psychologisch tiefgründigen Posen ablichtete, widmete sie sich in ebenso einfühlsamen wie schonungslosen Fotoreportagen und Porträts vor allem Randfiguren der Gesellschaft wie Transvestiten, Kleinwüchsigen, Prostituierten, Nudisten und Exzentrikern. Die meisten ihrer Sujets entdeckte sie in New York – ihrer Stadt, die sie immer wieder aufs Neue mit der Kamera erkundete. Die Retrospektive umfasst etwa 200 Arbeiten von Arbus – außer berühmten auch zahlreiche noch nie veröffentlichte Aufnahmen.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Mi.–Mo. 10–19 Uhr

BREMEN

23. Juni bis 9. September/6. Januar:

Beyond Words

Die spannende Wechselwirkung von Bild und Wort, von Kunst und Sprache untersuchen zwei Ausstellungen in Bremen: „Beyond Words“ stellt zeitgenössische Positionen vor, die sich der Wechselwirkung von Sag- und Sichtbarem widmen. Nebenan in der Weserburg sind Bilder, Videos, Installationen und Performances der drei Preisträger des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft des BDI zum Begriff „Sprache“ ausgestellt: Erik Bünger, Philipp Goldbach, Juergen Staack – „Künstler, die mit ihren Mitteln die Grenzbereiche sprachlicher Möglichkeiten ausloten“, so Jury-Vorsitzender Dr. Arend Oetker.

Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Teerhof 21, Di.–So 11–18, Do. 11–21 Uhr; Museum Weserburg, Teerhof 20, Di./Mi./Fr. 10–18, Do. 10–21, Sa./So. 11–18 Uhr

DUISBURG/BONN

29. Juni bis 30. September/20. Juni:

Joseph Beuys und Anselm Kiefer

Beuys war Kiefers Mentor und ernannte ihn an der Düsseldorfer Akademie zum Meisterschüler. Weit über dieses Lehrer-Schüler-Verhältnis hinaus bestand zwischen beiden Künstlern ein intensiver Dialog, der sich in der Suche nach der menschlichen Bestimmung äußerte. Mehr als 200 herausragende Arbeiten auf Papier, die zwischen 1948 und 2012 entstanden, demonstrieren diesen gemeinsamen Grundansatz. Ergänzend sei ein Besuch der Bundeskunsthalle Bonn empfohlen, die bis 16. September Bilder und Skulpturen Kiefers aus der Sammlung Grothe zeigt.

Museum Küppersmühle, Philosophenweg 55, Mi. 14–18, Do.–So. 11–18 Uhr;
Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4,
Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

Frankfurt/M.

22. Juni bis 23. September:

Malerei in Fotografie

Den großen Einfluss der Malerei auf die zeitgenössische Fotokunst illustriert das Städel-Museum anhand von 15 Künstlerpositionen der hauseigenen Sammlung wie John Baldessari, Victor Burgin, Tacita Dean, Sherrie Levine und Louise Lawler, Thomas Ruff, Wolfgang Tillmans und Jeff Wall. Während die Malerei in den 1960er Jahren durch die Dokumentarfotografie neue Kategorien für sich entdeckte, ist nun zu beobachten, wie Fotografen das traditionelle Medium Malerei neu reflektieren oder thematisieren.

Städel, Dürerstraße 2, Di.–So. 12–18 Uhr

WOLFSBURG

Bis 6. Januar:

Ornament. Stella vor Stella.

Etwa 100 druckgrafische Blätter und ornamentierte Gegenstände vom 15. bis zum 18. Jahrhundert laden dazu ein, sich mit Geschichte und Entwicklung des Ornaments von Albrecht Dürer bis Giovanni Battista Piranesi auseinanderzusetzen. Auch auf die Kunst des 20. Jahrhunderts nahm die Raum bildende Kraft des Ornaments Einfluss. Daraus schöpft zum Beispiel das Werk des Malers und Bildhauers Frank Stella. Es ist parallel in der großen Halle des Kunstmuseums ausgestellt.

Kunstmuseum, Hollerplatz 1,
Mi.–So. 11–18, Di. 11–20 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

© Gerfried Sitar, Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal
© Gerfried Sitar, Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal

Wissenstransfer durch die Klöster

Benedikt von Nursia, der Vater abendländischen Mönchtums, gründete 529 in Montecassino das Mutterkloster des Benediktinerordens, in dem er auch die Regula Benedicti, die Ordensregel der Benediktiner, verfasste (Bild: „Der heilige Benedikt übergibt die Regel“, Augsburg, Anfang 17. Jahrhundert). Die Klöster, die in seiner Nachfolge in Europa entstanden, waren Jahrhunderte lang Zentren geistigen Lebens. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches übernahmen sie als Träger der Schriftkultur die Bewahrung und Überlieferung von antikem Wissen. In der Ausstellung sind unter anderem wertvolle Abschriften theologischer, mathematischer, historischer und medizinischer Werke zu sehen, darunter auch ein medizinischer Sammelband aus dem 11. Jahrhundert.

„Benedikt und die Welt der frühen Klöster“: Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Bassermannhaus C4/9, Mannheim, Di.–So. 11–18 Uhr (bis 13. Januar 2013)

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