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Es wird in diesem Artikel von einem „Nachholbedarf für die Vertragsärzte und -psychotherapeuten beim Honorar . . .“ gesprochen.

Die Formulierung scheint mir in der Form irreführend, weil sie suggeriert, dass (somatisch arbeitende) Ärzte und Psychotherapeuten (sowie psychotherapeutisch arbeitende Ärzte) sozusagen im selben Boot säßen und auch finanziell in einem Atemzug genannt werden könnten.

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In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall, wie aus der im Artikel erwähnten Studie des ZI erschreckend deutlich wird, wenn man sie liest:

Danach erwirtschafteten Ärzte und Psychotherapeuten allgemein im Durchschnitt in 2008 einen (offiziellen) Jahresüberschuss von 123 170 Euro bei einer Wochenarbeitszeit von 52 Stunden, Psychologische Psychotherapeuten einen solchen von 64 913 bei einer Wochenarbeitszeit von 47 Stunden (Bei den Ärzten, die Psychotherapie machen, sieht es nicht wesentlich besser aus).

Die in den „Psych-Fächern“ arbeitenden Ärzte und Psychologen bekommen also nur etwas mehr als den halben Stundenlohn zugestanden wie Ärzten im Schnitt.

(Von den Leistungen nach dem „BAT-Prinzip“ = Bar auf die Tatze sowie von IGeL-Leistungen ist hierbei noch nicht einmal die Rede, wenn man die einbeziehen könnte, würde die Diskrepanz ja noch größer ausfallen) . . .

Das ist ein eklatantes Missverhältnis, das nicht nur dem Prinzip der kollegialen Solidarität sowie der Bedeutung dieses Fachs für die Versorgung der Bevölkerung allgemein, sondern auch einschlägigen Urteilen des Bundessozialgerichts (BSG) Hohn spricht . . .

Reinhard Proebsting, 37639 Bevern

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