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Kurzinterview: Henning Beck, Science-Slam-König

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 3/2012: 25

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Henning Beck, Science-Slam-König und Doktorand am Institut für Physiologische Chemie der Universität Ulm. Foto: privat
Henning Beck, Science-Slam-König und Doktorand am Institut für Physiologische Chemie der Universität Ulm. Foto: privat

Wie kommt man darauf, bei einem Science Slam mitzumachen?

Vor knapp einem Jahr wurden die ersten Science Slams in Ulm ausgerichtet, und es hat mich gereizt, mein Thema „Die Untersuchung von Energie- und Transportprozessen in Nervenzellen“ mal locker rüberzubringen. Wann hat man als Wissenschaftler schon die Möglichkeit, 500 Leute mit seinem Thema zum Lachen zu bringen?!

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Wie haben Sie Ihre Präsentation entwickelt?

Mein erster Vortrag war relativ schnell fertig. Ich habe ihn aber kontinuierlich weiterentwickelt, so dass meine aktuelle Fassung circa nur noch ein Drittel mit der ersten Fassung gemeinsam hat. Wenn man andere Slammer beobachtet, lernt man dazu. Viele Slammer bauen ihre Vorträge immer weiter aus, das ist so eine Art „Wettrüsten“.

Was braucht ein Slam-Vortrag, um richtig gut zu werden?

Inhalt, Witz, Tempo und Timing. Besonders wichtig ist für mich das Fachliche: Ein Science Slam ist nicht nur eine Comedy-Veranstaltung. Ziel der Wissenschaftler sollte immer sein, dass der Zuschauer am Ende sagt: Aha, jetzt weiß ich, worüber er forscht und warum er das macht. Die Leute sollten so gut unterhalten sein, dass sie gar nicht merken, dass sie gerade etwas lernen.

Was sagen Sie Kritikern, die der Meinung sind, ein Science Slam sei zu unwissenschaftlich?

Jeder dieser Kritiker sollte sich fragen, wofür er seine Forschung macht. – Wir forschen doch für die Menschen, und wenn das so ist, dann sollte man sie ihnen auch erklären können. Natürlich reichen zehn Minuten nicht aus, um ein Thema in seiner Komplexität zu erfassen. Darum geht es hier aber gar nicht: Wenn die Menschen letztlich verstehen, woran ich forsche und warum das wichtig ist, habe ich schon viel erreicht. Es fließt viel Geld in tolle Projekte, die es wert sind, den Menschen nahegebracht zu werden.

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