ArchivMedizin studieren3/2012Jung lehrt Jung: Mit Sicherheit verliebt

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Jung lehrt Jung: Mit Sicherheit verliebt

Hillienhof, Arne

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Derzeit besuchen etwa 300 Medizinstudierende bundesweit Schulen sowie Jugendgruppen und klären über sexuell übertragbare Krankheiten auf.

Die Kinder und Jugendlichen haben massenhaft Infos zum Thema Sexualität und Prävention, aber oft kaum einen Überblick. Sie sind interessiert und voller Fragen“, berichtet die Bundeskoordinatorin der bvmd-Arbeitsgruppe „Sexualität und Prävention“, Laura Herrmann aus Freiburg, über das Projekt „Mit Sicherheit verliebt“. Dabei gehen zwei oder mehr Studierende in eine Schulklasse oder Jugendgruppe und gestalten dort eine Unterrichtsreihe zu den Themen „Eigener Körper – Sexualität – Vorbeugung von Krankheiten“.

Foto: Fotolia/full image
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„Wir halten da keine langen Vorträge, sondern lassen die Jugendlichen das Thema selbst erarbeiten“, berichtet Herrmann. Das Prinzip „Jung lehrt Jung“ kommt besonders bei den Themen Prävention und Sexualität gut an. „Wir sind vom Alter her näher dran. Das macht unsere eigenen Erfahrungen und Tipps für die Kids interessant, ein Autoritätsgefälle gibt es nicht“, so die bvmdlerin. Mit Hilfe von Rollenspielen und anderen erlebnisorientierten Methoden verdeutlichen die Referenten alltägliche Probleme und Situationen. „Sehr oft entwickeln sich Diskussionen darüber, welche Frauen- und Männerideale die Werbung und die Medien vermitteln, welcher Druck daraus entsteht und wie man sich dazu stellen kann“, berichtet Herrmann von einer typischen Situation. Das interaktive Konzept fördert die Kreativität und hält Diskussionen interessant. Die Auseinandersetzung mit den Themen ist locker, zum Teil auch spielerisch. „Aber wir betonen immer die Ernsthaftigkeit bestimmter Aspekte und beachten persönliche Grenzen oder kulturelle Verschiedenheiten“, betont Herrmann.

Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Aufklärung über HIV und Aids. „Prävention ist der einzige Weg, sich zu schützen“, so Herrmann. Der Bedarf dafür ist nach wie vor sehr groß. Jugendliche und junge Erwachsene gehören zu der am stärksten gefährdeten Gruppe. „,Mit Sicherheit verliebt‘ setzt genau bei dieser Generation an“, verdeutlicht die Bundeskoordinatorin.

„Mit Sicherheit verliebt“ ist 2001 in Rostock gestartet. In mehr als 30 Ausbildungsworkshops und bei lokalen Treffen haben bis heute mehr als 750 Medizinstudierende gelernt, Unterrichtsreihen zu gestalten und mit Jugendlichen über zum Teil auch kritische Themen zu sprechen. In den vergangenen Jahren haben sich bundesweit Lokalprojekte an 30 Fakultäten entwickelt. Über gemeinsame Ausbildungsworkshops, regelmäßige Treffen auf bvmd-Mitgliederversammlungen und Workshop-Wochenenden sowie einen E-Mail-Verteiler stehen die einzelnen Lokalgruppen in regem Austausch. Dr. med. Arne Hillienhof

Im Internet gibt es weitere Infos unter:
www.sicher-verliebt.de. E-Mail-Verteiler: sicher-verliebt-subscribe@spam.yahoogroups.de

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