ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2012IT-Anwenderstudie: Potenziale noch ausbaufähig

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IT-Anwenderstudie: Potenziale noch ausbaufähig

Dtsch Arztebl 2012; 109(26): [67]

Krüger-Brand, Heike E.

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Die digitale Dokumentation der Patientendaten ist in Klinik und Praxis noch längst nicht überall üblich. Ärzte wünschen sich zudem Systeme zur sektorenübergreifenden Vernetzung.

Die Mehrheit der niedergelassenen Ärzte und der Krankenhausärzte nutzt Softwarelösungen. Allerdings liegt der Anteil derjenigen, die Patientendaten nicht digital dokumentieren, mit 42 Prozent bei den Klinikärzten und mit 30 Prozent bei den Niedergelassenen immer noch hoch. Für beide Arztgruppen sind die Patientenakte (Dokumentation und Abruf der Patientendaten) und die automatisierte Generierung von Arztbriefen wichtige Standardfunktionen der Software. Das sind einige Ergebnisse einer Anwenderstudie unter niedergelassenen und Krankenhausärzten, die der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e.V.) in Berlin vorgestellt hat („Branchenbaromter 2012“).

Scannen von Fremdbefunden

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Von der Möglichkeit, Fremdbefunde und andere Dokumente in die eigene Software und damit in die elektronische Akte zu übernehmen, machen der Studie zufolge derzeit 80 Prozent der Niedergelassenen, jedoch nur 46 Prozent der Klinikärzte Gebrauch. Beide Gruppen halten diese Funktionen jedoch für wichtig (50 Prozent). Dabei werden die Dokumente in der Regel unstrukturiert und meistens durch Einscannen der jeweiligen Befunddokumente übernommen (84 Prozent bei den Niedergelassenen, 45 Prozent bei den Klinikärzten).

Fachwissen, Fortbildung, Home - page: Das sind die drei wesentlichen Bereiche, für die Ärzte Internet und Intranet nutzen.
Fachwissen, Fortbildung, Home - page: Das sind die drei wesentlichen Bereiche, für die Ärzte Internet und Intranet nutzen.

Generell sind die niedergelassenen Ärzte erheblich zufriedener mit ihrer Software als die Krankenhausärzte. So geben 92 Prozent an, mit den meistgenutzten Funktionen ihrer IT-Systeme zufrieden zu sein; bei den Klinikärzten sind das nur 52 Prozent. Die bvitg-Experten führen das unter anderem auf die unterschiedliche Komplexität der Systeme und andere Ansprüche der Anwender zurück. Außerdem sind die niedergelassenen Ärzte in der Regel für die Beschaffung ihrer Systeme selbst verantwortlich. Vermutet wird auch, dass im niedergelassenen Bereich mehr mit IT gearbeitet wird und die Zufriedenheit mit dem zunehmenden IT-Einsatz steigt.

Beispiel Arztbrief: Zwei Drittel aller befragten Ärzte können dem Patienten beim Verlassen der Praxis oder Klinik einen Arztbrief mitgeben, der aus dem System heraus generiert wird. Allerdings gaben 74 Prozent der Klinikärzte an, dass ihre Software hierfür keine gute Lösung bietet. Mehr als 80 Prozent der Klinikärzte beurteilten auch die Erstellung weiterer Dokumente wie Rezepte, Bescheinigungen oder Atteste durch ihre Software als schlecht. Am besten schnitten noch die Erstellung von OP-Berichten und Arztbriefen ab, hiermit zeigten sich etwa 45 Prozent der Befragten zufrieden. Anders bei den Niedergelassenen: Hier liegt die Zufriedenheit mit der Erstellung von Rezepten, Bescheinigungen und Attesten mit 70 bis 80 Prozent hoch.

Für die digitale Dokumentation nutzen 57 Prozent der Klinikärzte Formulare und/oder Eingabeassistenten, bei den Niedergelassenen sind dies nur 43 Prozent. Ein Fünftel der Krankenhausärzte diktiert bereits digital, bei den Niedergelassenen sind das lediglich vier Prozent. Spracherkennung spielt in beiden Bereichen noch keine Rolle.

Kommunikation wird wichtig

Auf die Frage, welcher Bereich des Internets/Intranets in den nächsten fünf Jahren für sie an Bedeutung gewinnen wird, antworteten 62 Prozent der Niedergelassenen „für den Austausch von Befunden mit Kollegen“ und 57 Prozent „für Fachinformationen“. 55 Prozent meinten, dass die „Vernetzung mit Kollegen und die Gestaltung der Homepage“ weiter ausgebaut werden. Bei den Klinikärzten rangiert die Fachinformation mit 82 Prozent oben, gefolgt von der „Vernetzung mit Kollegen“ (70 Prozent) und dem „Austausch von Befunden mit Kollegen“ (68 Prozent).

Systeme zur sektorenübergreifenden Vernetzung halten sowohl die niedergelassenen Ärzte als auch die Klinikärzte für eine technische Innovation, die in den nächsten fünf Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Das Gleiche gilt für entscheidungsunterstützende Lösungen im Arbeitsalltag.

Heike E. Krüger-Brand

@Das Branchenbarometer im Internet: www.aerzteblatt.de/12x76

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