ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2012Telemedizinprojekt: Home-Check fürs Herz

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Telemedizinprojekt: Home-Check fürs Herz

Dtsch Arztebl 2012; 109(26): A-1356

Krüger-Brand, Heike E.

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Die DAK-Gesundheit und das Herz- und Diabeteszentrum NRW haben einen Integrationsvertrag zur Betreuung von Linksherzinsuffizienzpatienten abgeschlossen.

Versicherte der DAK-Gesundheit, die in Nordrhein-Westfalen an schwerer Linksherzinsuffizienz leiden, können sich künftig intensiv telemedizinisch betreuen lassen. Die DAK-Gesundheit und das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen haben einen unbefristeten integrierten Versorgungsvertrag hierzu abgeschlossen. Die Besonderheit dabei: Die teilnehmenden Ärzte müssen sich nicht eigens in den Vertrag einschreiben, sondern lediglich ihre für das Telemonitoring geeigneten Patienten. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Programm ist, dass die Versicherten zuvor stationär mit der Hauptdiagnose „Linksherzinsuffizienz“ behandelt wurden. Die engmaschige Überwachung und schnelle Betreuung durch Spezialisten soll die Behandlung durch den Hausarzt vor Ort ergänzen.

Regelmäßige Telefonkontakte

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Kernelement des Projekts „Mein Herz“ ist der tägliche Gesundheits-check in der häuslichen Umgebung des Patienten. Das Monitoringangebot orientiert sich dabei an den verschiedenen Bedürfnissen der Patienten. Sie erhalten eine spezielle Körperwaage, die die ermittelten Daten versenden kann. Bei Bedarf wird die Versorgung um ein Blutdruckmessgerät und gegebenenfalls auch um ein EKG-Gerät erweitert. Für den sicheren Umgang mit dem Home-Check werden die Patienten intensiv geschult, entweder telefonisch oder durch Schwerpunktpraxen vor Ort. „Um den Therapieerfolg nachhaltig zu sichern und die Compliance des Patienten zu erhöhen, erhält der Patient regelmäßig einen Anruf aus dem Telemedizinzentrum“, sagt Peter Mager, Vertragschef der DAK-Gesundheit in Nordrhein-Westfalen. „Die telemedizinische Betreuung ermöglicht eine frühere Erkennung der Risikofaktoren und verbessert so spürbar die Lebensqualität von Patienten mit schwerer chronischer Erkrankung“, erläutert Mager. Langfristiges Ziel sei es, die Anzahl stationärer Einweisungen zu reduzieren und damit Kosten zu senken.

Schnelle Reaktion möglich

Die biometrischen Daten der Teilnehmer werden über den Telefonanschluss direkt an die telekardiologische Abteilung des Zentrums übertragen. „Wenn wir bei der Auswertung der Daten sehen, dass es dem Herzkranken schlechter geht, können wir sofort reagieren. Gleichzeitig erhöhen wir die Lebensqualität des Betroffenen, indem unnötige Kranken­haus­auf­enthalte im Sinne des Patienten vermieden werden“, erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Heinrich Körtke, Leiter des Instituts für angewandte Telemedizin (IFAT) im HDZ NRW.

Die Medizinexperten des HDZ NRW und ihre Kooperationspartner stehen den Teilnehmern rund um die Uhr zur Verfügung. Im Telemedizinzentrum sei stets fachärztliche Expertise vorhanden, betont Körtke. Für jeden Patienten wird im IFAT darüber hinaus eine elektronische Patientenakte angelegt. Noch in diesem Jahr werde die Akte geöffnet, damit jeder Arzt, der einen Patienten in das Programm eingeschrieben habe, gesichert auf dessen Daten zugreifen könne, berichtet Körtke.

Für die Versicherten der Krankenkasse ist die Teilnahme am Projekt freiwillig und kostenfrei. Sie ist zunächst auf eine Dauer von 18 Monaten angelegt, kann jedoch bei Bedarf verlängert werden.

Heike E. Krüger-Brand

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