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Wir danken Dr. Thomas Noll für die ergänzenden Ausführungen zur Umschulung durch Modell- und Nachahmungsverhalten. In der Tat ist Fremd- wie Selbstumschulung für die Betroffenen eindeutig negativ zu bewerten. Deshalb verweisen wir in unserer Arbeit auf die Stigmatisierung der Linkshänder, deren Abwertung leider auch durch Ärzte stattfand (siehe das Zitat von R. Braun in der „Klinischen Wochenschrift“ aus der Zeit des Nationalsozialismus) und die Versuche erzwungener Umerziehung, die hoffentlich heute nicht mehr vorkommen.

Die von Dr. Thomas Noll zitierten Studien zeigen, dass umgeschulte Linkshänder sich von Rechtshändern und von nicht umgeschulten Linkshändern sowohl im Volumen des Putamen als auch in der zerebralen Aktivierung unterscheiden. Diese Studien verweisen auf die Plastizität des Gehirns, allerdings ohne dass diese Plastizität per se als Ausdruck einer zerebralen Schädigung gewertet werden kann. Wir stimmen aber mit Dr. Noll bezüglich der abträglichen Folgen einer Umschulung überein.

Dr. Thomas Noll führt als zentralen methodischen Kritikpunkt an, dass Studien zur Linkshändigkeit nicht in der Lage seien, diese valide zu erfassen. In der Tat kann Händigkeit testpsychologisch sehr genau erfasst werden (1). Die meisten Studien zur Händigkeit erfassen über das Schreiben hinaus eine Vielzahl von Tätigkeiten wie beispielsweise Benutzen einer Zahnbürste oder Verwenden von Streichhölzern; verwendet wird häufig der Fragebogen „Edinburgh inventory“ (2).

Weder Links- noch Rechtshändigkeit sind Zeichen erhöhter Vulnerabilität für bestimmte Erkrankungen, sondern vielmehr Normvarianten, die vermutlich nur im Einzelfall Ausdruck von zerebralen Entwicklungsstörungen sein können. Ziel unseres Artikels ist es daher Stigmatisierung entgegenzuwirken. In diesem Sinne danken wir Dr. Noll für die gleichsinnige Stellungnahme.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0490b

Dr. med. Stefan Gutwinski

Dr. med. Lieselotte Mahler

Prof. Dr. med. Andreas Heinz

Prof. Dr. med. Felix Bermpohl

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte

stefan.gutwinski@charite.de

Interessenkonflikt
Dr. Gutwinski wurden Teilnahmegebühren für Kongress-/Fortbildungsveranstaltungen erstattet von den Firmen Janssen-Cilag und Biogen Idec.

Prof. Heinz bekam Vortragshonorare und Unrestricted Grants von Eli Lilly, Janssen-Cilag, und Bristol-Myers Squibb.

Prof. Bermpohl erhielt Vortragshonorare von den Firmen Bristol-Myers Squibb und Eli Lilly sowie eine Erstattung von Kongressgebühren von Eli Lilly.

Dr. Mahler erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Gorynia I, Egenter D: Intermanual coordination in relation to handedness, familial sinistrality and lateral preferences. Cortex 2000; 36: 1–18. CrossRef MEDLINE
2.
Oldfield RC: The assessment and analysis of handedness: the Edinburgh inventory. Neuropsychologia 1971; 9: 97–113. CrossRef
3.
Gutwinski S, Löscher A, Mahler L, Kalbitzer J, Heinz A, Bermpohl F: Understanding left-handedness. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(50): 849–53. VOLLTEXT MEDLINE
1.Gorynia I, Egenter D: Intermanual coordination in relation to handedness, familial sinistrality and lateral preferences. Cortex 2000; 36: 1–18. CrossRef MEDLINE
2. Oldfield RC: The assessment and analysis of handedness: the Edinburgh inventory. Neuropsychologia 1971; 9: 97–113. CrossRef
3.Gutwinski S, Löscher A, Mahler L, Kalbitzer J, Heinz A, Bermpohl F: Understanding left-handedness. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(50): 849–53. VOLLTEXT MEDLINE

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