ArchivDeutsches Ärzteblatt17/1996TV-Ratschläge: Nachmittags „Fliege“, abends „Schreinemakers live“
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LNSLNS Die einen sehen nachmittags "Fliege", die anderen bis spät abends "Schreinemakers live", manche beides, manche keine der Sendungen, weil sie arbeiten, das heißt keine Zeit haben. Deshalb blieb wahrscheinlich auch die von mir erwartete Protestreaktion aus.
So fühle ich mich als Ruheständlerin berufen, auf die Sendung vom 1. Februar 1996 einzugehen, bei der Margarethe Schreinemakers eine Antiimpfpropaganda machte, daß sich jedem Kinderarzt die Haare sträuben mußten. Ein als Sachverständiger hinzugezogener Kinderarzt wurde mundtot geredet und konnte weder sachliche Argumente noch Zahlen anbringen, weil drei Mütter von Kindern mit möglichen Impfschäden und ein junger Heilpraktiker ihm ins Wort fielen. Seine Äußerung, daß wir heutzutage diese Krankheiten, die dank der Impfungen beseitigt wurden, gar nicht mehr kennen und ihre Schwere nicht mehr einschätzen können, ging unter im Redeschwall seiner Widersacher.
Ich habe diese Krankheitsbilder in ihrer vollen Dramatik noch erlebt: Kinder mit Poliomyelitis, die in der "eisernen Lunge" um ihr Leben kämpften, junge Säuglinge, die im Keuchhustenanfall "wegblieben" (oft für immer), Kinder, die mit tuberkulöser Hirnhautentzündung mit Sicherheit dem Tod geweiht waren, später durch eine einjährige äußerst unangenehme Therapie überleben konnten.
Hoffen wir nur, daß den Kindern von Frau Schreinemakers dank der noch guten Durchimpfungsrate diese Krankheiten erspart bleiben.
Dr. med. Waltraute Günther, Thietmarstraße 16, 04179 Leipzig
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