ArchivDeutsches Ärzteblatt17/1996Berufsbild: Kein Ausweg in Sicht

SPEKTRUM: Leserbriefe

Berufsbild: Kein Ausweg in Sicht

Dtsch Arztebl 1996; 93(17): A-1082 / B-902 / C-844

Göllner, Helmut

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LNSLNS Ernste, bestechend kluge und weitsichtige Worte, Herr Prof. Beleites! Ernsthaftigkeit, Klugheit und Weitsichtigkeit waren aber leider selten die Kriterien menschlicher Entscheidungsfindung und noch weniger ihrer Handlungsweise. Die Geschichte beweist das zur Genüge.
Wir werden überall – nicht nur in der Medizin – auf Grenzen stoßen, die wir in unserer immanenten, zum größten Teil zerstörerischen Eigendynamik selber schaffen. Es ist uns Menschen nicht vergönnt, auf dieser Welt die Rolle einer ordnenden Macht zu übernehmen. Das war sicherlich auch niemals und von keiner Instanz vorgesehen. Wir sind lediglich mißratene Usurpatoren und gehen seit eh und je mit der Schöpfung und unserer eigenen menschlichen Selbstverständlichkeit im höchsten Maße stümperhaft und letztlich grob fahrlässig um.
Ein Ausweg oder eine Umkehr ist nicht in Sicht. Es wird sie auch niemals geben. Mahnende Worte waren zwar oft hilfreich und haben entsprechende Korrektureingriffe bewirkt. Es konnten sich aber letzten Endes niemals jene durchsetzen, die den eigentlich wahren, weil selbstlosen, Bescheidenheit und allumfassende Ehrfurcht propagierenden "Durchblick" besaßen.
Helmut Göllner, Untere Krämersgasse 9, 90403 Nürnberg
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