ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2012Ambulante Psychotherapie: FALK-KVen fordern extrabudgetäre Vergütung

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Ambulante Psychotherapie: FALK-KVen fordern extrabudgetäre Vergütung

PP 11, Ausgabe August 2012, Seite 340

Bühring, Petra

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Die Ausgaben für Psychotherapie sind innerhalb von zehn Jahren von 660 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden gestiegen. Foto: Fotolia/Gina Sanders
Die Ausgaben für Psychotherapie sind innerhalb von zehn Jahren von 660 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden gestiegen. Foto: Fotolia/Gina Sanders

Die Freie Allianz der Länder-KVen (FALK) fordert die Krankenkassen auf, die Kosten für zunehmenden Bedarf an Psychotherapie zu übernehmen. Die Vorstände der in der FALK-Kooperation verbundenen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern kritisieren, dass, obwohl der stetig steigende Bedarf an psychotherapeutischen Leistungen unstrittig sei, die Krankenkassen die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel verweigerten.

In der aktuellen Situation müssten die Fachärzte aus ihrem Honorartopf den immer höheren Bedarf an psychotherapeutischen Leistungen bezahlen, so die Kritik der Vorstände. Gerade bei den antrags- und genehmigungspflichtigen Leistungen könne es keinen Zweifel geben, dass diese durch die Kassen außerbudgetär zu vergüten seien. Nur so sei ein dauerhafter Unfrieden zwischen Ärzten und Psychotherapeuten zu vermeiden.

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Sowohl die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als auch psychotherapeutische Berufsverbände haben versucht, die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen außerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung im Versorgungsstrukturgesetz festschreiben zu lassen. Darin wurde jedoch nur bestimmt, dass für eine angemessene Vergütung der Psychotherapeuten zu sorgen sei. Die FALK-KVen fordern deshalb erneut eine entsprechende Regelung, die nachträglich Klarheit schafft.

Der GKV-Spitzenverband reagiert auf die Kritik mit Unverständnis: Die Politik habe mit dem Versorgungsstrukturgesetz die Zuständigkeit für die Gestaltung der ärztlichen Vergütung auf die regionale Ebene zurückverlagert. „KVen und die Verbände der Krankenkassen können dort verhandeln und vereinbaren, ob die Leistungen der Psychotherapie innerhalb oder außerhalb der morbiditätsbezogenen Gesamtvergütung honoriert werden“, erklärt Pressesprecherin Claudia Widmaier gegenüber PP. Der Anstieg psychischer Erkrankungen schlage sich im Übrigen in der Veränderungsrate der morbiditätsabhängigen Vergütung nieder, so dass die Finanzierung eines höheren Behandlungsbedarfs ausreichend gesichert sei.

Die Ausgaben für ambulante Psychotherapie haben sich nach Angaben der KBV innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Sie stiegen von 660 Millionen Euro 1999 auf 1,5 Milliarden Euro in 2010. pb

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