ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2012Gewaltopfer: Erste Trauma-Ambulanz im Saarland

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Gewaltopfer: Erste Trauma-Ambulanz im Saarland

PP 11, Ausgabe August 2012, Seite 341

Bühring, Petra

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Eine neue Trauma-Ambulanz soll im Saarland Opfern von Gewalt nach einer Straftat kompetente und schnelle Hilfe, therapeutische Behandlung und Information anbieten. Ein entsprechendes Pilotprojekt des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, eingerichtet an der AHG-Klinik Berus, ist vor kurzem gestartet.

Die Ambulanz soll primär Anlaufstelle für traumatisierte Opfer körperlicher, familiärer oder sexueller Gewalt sein, aber auch für Zeugen von Gewalttaten. Oftmals müssten traumatisierte Opfer monatelang auf Termine bei Psychotherapeuten warten, sagte der saarländische Sozialminister Andreas Storm. Bei schnellem kompetentem Eingreifen könne jedoch vermieden werden, dass sich Traumata als Folge der Gewalttat bei den Opfern verfestigten.

Eine wesentliche Hilfe für die Betroffenen bietet das Opferentschädigungsgesetz. Es gewährt unabhängig von einer strafrechtlichen Verurteilung bei gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen Heilbehandlungs-, Renten- und Fürsorgeleistungen gemäß den Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes.

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Das Pilotprojekt im Saarland ist zunächst auf ein Jahr angelegt. Auf der Grundlage der Erfahrungen soll dann über weitere Standorte entschieden werden. Das Konzept ist mit Opferschutzorganisationen und dem „Weissen Ring“ abgestimmt.

Bundesweit fehlen qualifizierte Anlaufstellen. Trauma-Ambulanzen für Gewaltopfer gibt es bisher nur vereinzelt in wenigen Bundesländern. Berlin zum Beispiel hat zu Jahresbeginn zwei Trauma-Ambulanzen eröffnet (PP, Heft 2/2012). Einzig Nordrhein-Westfalen ist flächendeckend versorgt. PB

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