ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2012G-BA-Bedarfsplanungsrichtlinie: Für die Psychotherapie fehlen noch valide Daten

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G-BA-Bedarfsplanungsrichtlinie: Für die Psychotherapie fehlen noch valide Daten

PP 11, Ausgabe August 2012, Seite 342

Gerst, Thomas; Rieser, Sabine

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G-BA Vorsitzender Josef Hecken verlangt Tempo bei der Neuregelung der Bedarfsplanung. Foto: Georg J. Lopata
G-BA Vorsitzender Josef Hecken verlangt Tempo bei der Neuregelung der Bedarfsplanung. Foto: Georg J. Lopata

Der neue unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA), Josef Hecken, ist zuversichtlich, dass das wichtigste gemeinsame Selbstverwaltungsgremium in Zukunft schneller zu Ergebnissen kommen kann als bisher. „Die Detailtiefe, die notwendig ist, um Entscheidungen zu treffen, ist unverzichtbar. Aber wir müssen es schaffen, die Dinge innerhalb angemessener Fristen zu entscheiden“, sagte er im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt.

Tempo verlangt Hecken unter anderem bei der Neuregelung der Bedarfsplanung. Der G-BA hat auf seine Anregung hin den Demografiefaktor mit Wirkung zum Jahresende ausgesetzt. Von 2013 an haben die Zulassungsausschüsse folglich nicht mehr die Möglichkeit, aufgrund dieses Faktors mehr Arztsitze in bestimmten Fachgruppen zu besetzen als vorher. Bis dahin will Hecken erreicht haben, dass eine neue G-BA-Richtlinie für die Bedarfsplanung vorliegt.

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„Sicherlich gibt es noch drei, vier Punkte, die strittig sind“, betonte er im Gespräch. „Wir könnten darüber noch Jahre reden. Ich behaupte aber, dass wir mit Ausnahme der psychotherapeutischen Versorgung kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Entscheidungsdefizit haben. Die Vertragspartner müssen sich einigen.“

Als ein Beispiel für einen der umstrittenen Punkte nannte Hecken die Debatte über die Höhe der Verhältniszahlen, also die Diskussion, wie viele Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten je Fachgruppe man für eine bestimmte Bevölkerungszahl in Zukunft benötigt. Er geht allerdings davon aus, dass man nicht alle Aspekte bereits zum 1. Januar 2013 in der neuen Richtlinie regeln können wird. „Uns fehlen für den großen Bereich der Psychotherapie valide Daten. Der Gesetzgeber wird uns voraussichtlich nach der Sommerpause den Auftrag erteilen, die Versorgungsstruktur zu untersuchen. Es wäre unsinnig, jetzt Vorgaben zu machen, wenn man gar nicht weiß, was in der Fläche an Versorgung passiert.“ tg, rie

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