ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2012Randnotiz: Ärztestreiks moralisch okay

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Randnotiz: Ärztestreiks moralisch okay

Dtsch Arztebl 2012; 109(33-34): A-1675 / B-1359 / C-1339

Flintrop, Jens

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Die per E-Mail zugesandte Pressemeldung der Barmer-GEK wäre fast ungelesen im virtuellen Papierkorb gelandet. „Kratzt Zweiklassenmedizin am Ärzteimage?“, lautete die Überschrift. Also die übliche Kassenpolemik gegen die Ärzte. Ein Blick in die Ergebnisse der dazu gehörenden repräsentativen Umfrage lohnte dann aber doch – aber nicht wegen etwaiger Kratzspuren am Ärzteimage, sondern wegen der so nicht zu erwartenden Meinungsäußerungen zum Streikrecht für Ärzte.

So stimmen 91 Prozent der mehr als 1 700 Befragten der Aussage zu, dass Ärzte wie alle anderen Erwerbstätigen auch per Arbeitskampf für ihre Interessen eintreten dürfen. „Das ist moralisch in Ordnung, denn bessere Arbeitsbedingungen für Ärzte sind auch gut für Patienten“, meinen 89 Prozent. Immerhin 50 Prozent vertreten aber auch die Auffassung, dass streikende Ärzte finanzielle Interessen auf dem Rücken von Patienten austragen. Bemerkenswert: Immerhin 63 Prozent der Befragten wollen das Streikrecht nicht nur angestellten Ärzten zugestehen, sondern auch Kassenärzten, die aber wegen des Sicherstellungsauftrags nicht streiken dürfen.

Dabei sind die großen Ärztestreiks, die der Marburger Bund 2006 an den Unikliniken und an den kommunalen Krankenhäusern ausgerufen hatte, vielen Menschen auch heute noch präsent: 56 Prozent der Befragten erinnern sich an entsprechende Berichte im Fernsehen und in Zeitungen.

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Ach, ja: 91 Prozent haben ein sehr hohes oder ein hohes Vertrauen in die Berufsgruppe der Ärzte. Darüber rangieren Piloten (95 Prozent), Krankenschwestern (95 Prozent), Hebammen (98 Prozent) und Feuerwehrleute (98 Prozent).

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